Verschiedene Therapien bei Lichen planopilaris

Mi, 02/03/2021 - 13:51

haircoaching - Bisher gibt es nicht die eine Therapie, die aufgrund von randomisierten und kontrollierten Studien als "Goldstandard" bezeichnet werden könnte. Es werden ganz unterschiedliche Behandlungsansätze praktiziert.
Therapeutische Ziele bei LPP bestehen hauptsächlich darin, Symptome zu reduzieren und die Krankheitsaktivität zu stoppen, um die Entwicklung weiterer Bereiche von Haarausfall zu verhindern. Im allgemeinen beruht die Behandlung von LPP jedoch auf der persönlichen Erfahrung des Arztes.

Im Jahr 2018 haben Forscher vom Department of Experimental and Clinical Medicine, Institute of Dermatology, University of Udine, in Italien einen vergleichenden Überblick der bislang veröffentlichten Studien zur Behandlung von LPP publiziert.

Im folgenden listen wir die untersuchten und nach ihrer Wirksamkeit (Evidenz) verglichenen Behandlungsmethoden auf. Details finden sich in der Original-Publikation in englischer Sprache (siehe Quellenangabe unten).

  1. Hydroxychloroquin
    höchstes Evidenzniveau: II; Gesamtzahl der Patienten: 127; globale Ansprechrate: 51,2% [65 von 127]; Ansprechrate bei Monotherapie: 51,0% [52 von 102]
     
  2. Methotrexat
    höchstes Evidenzniveau: II; Gesamtzahl der Patienten: 16; globale Ansprechrate: 87,5% [14 von 16]; Ansprechrate bei Monotherapie: 87,5% [14 von 16]
     
  3. Topische Kortikosteroide
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 128; globale Ansprechrate: 53,9% [69 von 128]; Ansprechrate bei Monotherapie: 53,3% [49 von 92]
     
  4. intraläsionale Kortikosteroide
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 30; globale Ansprechrate: 56,7% [17 von 30]; Ansprechrate bei Monotherapie: 50,0% [13 von 24]
     
  5. Pioglitazon
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 65; globale Ansprechrate: 66,2% [43 von 65]; Ansprechrate bei Monotherapie: 72,3% [34 von 47]
     
  6. Mycophenolatmofetil
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 33; globale Ansprechrate: 48,5% [16 von 33]; Ansprechrate bei Monotherapie: 48,5% [16 von 33]
     
  7. Orale Tetracycline
    Evidenzstärke: IV; Gesamtzahl der Patienten: 30; globale Ansprechrate: 27,6% [8 von 29]; Ansprechrate bei Monotherapie: 31,6% [6 von 19]
     
  8. Cyclosporin
    höchstes Evidenzniveau IV; Gesamtzahl der Patienten: 22; globale Ansprechrate: 77,3% [17 von 22]; Ansprechrate bei Monotherapie: 72,2% [13 von 18]
     
  9. Orale Retinoide
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 13; globale Ansprechrate: 23,1% [3 von 13]; Ansprechrate bei Monotherapie: 22,2% [2 von 9]
     
  10. Orale Steroide
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 15; globale Ansprechrate: 73,3% [11 von 15]; Ansprechrate bei Monotherapie: 71,4% [10 von 14]
     
  11. Griseofulvin
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 12; globale Ansprechrate: 41,7% [5 von 12]; Ansprechrate bei Monotherapie: 45,5% [5 von 11]
     
  12. Topische Calcineurin-Inhibitoren
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 12; globale Ansprechrate: 23,1% [2 von 12]; Ansprechrate bei Monotherapie: 11,1% [1 von 9]
     
  13. Thalidomid
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 9; globale Ansprechrate: 11,1% [1 von 9]; Ansprechrate bei Monotherapie: 11,1% [1 von 9]
     
  14. Lasertherapie
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 13; globale Ansprechrate: 23,1% [3 von 13]; Ansprechrate bei Monotherapie: 23,1% [3 von 13]

Wie auch bei der Alopecia areata werden als Erstbehandlung meist topische Steroide eingesetzt. Die Anwendung der systemischen oralen Kortikosteroidtherapie wird von den Autoren im Langzeitzeitraum als wenig sinnvoll erachtet.

Nach der obigen Übersicht gibt es nur eine Studie mit hohem Evidenzgrad, nämlich eine randomisierte klinische Studie mit Evidenzgrad II, bei der Hydroxychloroquin und Methotrexat über einen Zeitraum von 6 Monaten LPP verglichen wurden. Diese Studie zeigte eine signifikante Überlegenheit von Methotrexat gegenüber Hydroxychloroquin. Die Autoren betonen jedoch auch, dass die Verwendung von Hydroxychloroquin bei LPP nicht immer erfolglos ist, da mehrere Studien positive Ergebnisse mit einer Ansprechrate bei Monotherapie von 51,0% zeigen.

Das für alle anderen Behandlungen aufgeführte Evidenzniveau ist gering (Evidenzniveau: IV / V) und beruht zumeist auf Fallserien oder Einzelfallberichten. Ferner raten die Autoren dazu, die o.g. Therapieansätze als allgemeinen Hinweis zu betrachten, der im Einzelfall anzupassen sei. In Zukunft werden randomisierte und kontrollierte Studien benötigt, um den optimalen therapeutischen Ansatz bei LPP besser definieren zu können.

Quelle:
US National Library of Medicine, National Institutes of Health

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