Dufttherapie soll Haarwachstum fördern

Di, 01/29/2019 - 11:43

Bochum - Schon vor etwa 30 Jahren gab es Forschungsberichte, dass ätherische Öle Auswirkungen auf neues Haarwachstum bei der Alopecia areata haben könnten. Nun haben Forscher unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Paus von der University of Manchester in Kooperation mit Forschern der Ruhr-Universität Bochum die Hypothese verfolgt, dass menschliche Haarwurzelzellen Duftrezeptoren besitzen, deren Aktivierung mit einem sandelholzartigen Duft die Lebensdauer von Haaren verlängern kann.

Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt vom Bochumer Lehrstuhl für Zellphysiologie hatte bereits früher nachgewiesen, dass Keratinozyten (das sind Zellen in der Haut) den Duftrezeptor OR2AT4 besitzen. Dieser könne durch Duftstoffe mit einer Sandelholznote aktiviert und die Hautregeneration und Wundheilung um fast 50 Prozent gesteigert werden.

Nun machten sich die Forscher um Prof. Paus eine Technik zunutze, mit der vollständige, lebende, aus Biopsien der menschlichen Kopfhaut gewonnene Haarfollikel in Organkultur überführt werden können. Das Team konnte nachweisen, dass OR2AT4 während der Wachstumsphase in großen Mengen im Haarschaft und in den Matrixzellen der Haarwurzel vorkommt, die für das Wachstum verantwortlich sind. In späteren Phasen hingegen war die Anzahl der Rezeptoren signifikant geringer.

Prof. Hatt geht davon aus, dass Duftstoffe wie Brahmanol oder Sandalore in Haarwassern oder Shampoos vor allem bei hormon- oder stressbedingtem diffusem Haarausfall zum Einsatz kommen könnten, um die Lebenszeit der Haare zu verlängern.

In Italien wurde bereits eine erste klinische Pilotstudie mit 40 Haarausfall-Patienten durchgeführt. Zur Anwendung kam über drei Monate eine Sandalore-haltige Lotion, die den Haarausfall im Vergleich zu einem Placebo signifikant um 17,5 Prozent verringerte. Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass diese Pilotstudie nicht ausreicht, um die klinische Wirksamkeit des Duftstoffs zu bestätigen.

Das Monasterium Laboratory in Münster führt derzeit eine größere klinische Studie mit verbesserten Testverfahren durch, deren Ergebnisse zum Jahresende erwartet werden.

Quellen:
Studie Italien
Pressemeldungen Dezernat Hochschulkommunikation Ruhr-Universität Bochum:
Dufttherapie für Haarwachstum
Duftrezeptoren

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