Haarausfall Neuigkeiten

05/02/2021

haircoaching - Haartransplantationen sind eine wirksame Methode zur Verbesserung des anlagebedingten und vernarbenden Haarausfalls und in entsprechenden Leitlinien empfohlen. Richtig gemacht, führen Sie heutzutage zu sehr natürlichen Ergebnissen. Besonders die unzähligen Promis, die sich in den letzten Jahren öffentlich zu ihrem Eingriff zur Umverteilung des Haupthaares bekannt haben, wecken bei vielen jungen Männern den Wunsch nach vollem Haar.
Gibt man den Begriff Haartransplantation in eine Suchmaschine ein, wird man von Ergebnissen erschlagen. Nicht immer sind die Angebote seriös. Es gibt ein paar Dinge, auf die Ihr achten solltet.

03/02/2021

haircoaching - Bisher gibt es nicht die eine Therapie, die aufgrund von randomisierten und kontrollierten Studien als "Goldstandard" bezeichnet werden könnte. Es werden ganz unterschiedliche Behandlungsansätze praktiziert.
Therapeutische Ziele bei LPP bestehen hauptsächlich darin, Symptome zu reduzieren und die Krankheitsaktivität zu stoppen, um die Entwicklung weiterer Bereiche von Haarausfall zu verhindern. Im allgemeinen beruht die Behandlung von LPP jedoch auf der persönlichen Erfahrung des Arztes.

Im Jahr 2018 haben Forscher vom Department of Experimental and Clinical Medicine, Institute of Dermatology, University of Udine, in Italien einen vergleichenden Überblick der bislang veröffentlichten Studien zur Behandlung von LPP publiziert.

Im folgenden listen wir die untersuchten und nach ihrer Wirksamkeit (Evidenz) verglichenen Behandlungsmethoden auf. Details finden sich in der Original-Publikation in englischer Sprache (siehe Quellenangabe unten).

  1. Hydroxychloroquin
    höchstes Evidenzniveau: II; Gesamtzahl der Patienten: 127; globale Ansprechrate: 51,2% [65 von 127]; Ansprechrate bei Monotherapie: 51,0% [52 von 102]
     
  2. Methotrexat
    höchstes Evidenzniveau: II; Gesamtzahl der Patienten: 16; globale Ansprechrate: 87,5% [14 von 16]; Ansprechrate bei Monotherapie: 87,5% [14 von 16]
     
  3. Topische Kortikosteroide
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 128; globale Ansprechrate: 53,9% [69 von 128]; Ansprechrate bei Monotherapie: 53,3% [49 von 92]
     
  4. intraläsionale Kortikosteroide
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 30; globale Ansprechrate: 56,7% [17 von 30]; Ansprechrate bei Monotherapie: 50,0% [13 von 24]
     
  5. Pioglitazon
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 65; globale Ansprechrate: 66,2% [43 von 65]; Ansprechrate bei Monotherapie: 72,3% [34 von 47]
     
  6. Mycophenolatmofetil
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 33; globale Ansprechrate: 48,5% [16 von 33]; Ansprechrate bei Monotherapie: 48,5% [16 von 33]
     
  7. Orale Tetracycline
    Evidenzstärke: IV; Gesamtzahl der Patienten: 30; globale Ansprechrate: 27,6% [8 von 29]; Ansprechrate bei Monotherapie: 31,6% [6 von 19]
     
  8. Cyclosporin
    höchstes Evidenzniveau IV; Gesamtzahl der Patienten: 22; globale Ansprechrate: 77,3% [17 von 22]; Ansprechrate bei Monotherapie: 72,2% [13 von 18]
     
  9. Orale Retinoide
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 13; globale Ansprechrate: 23,1% [3 von 13]; Ansprechrate bei Monotherapie: 22,2% [2 von 9]
     
  10. Orale Steroide
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 15; globale Ansprechrate: 73,3% [11 von 15]; Ansprechrate bei Monotherapie: 71,4% [10 von 14]
     
  11. Griseofulvin
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 12; globale Ansprechrate: 41,7% [5 von 12]; Ansprechrate bei Monotherapie: 45,5% [5 von 11]
     
  12. Topische Calcineurin-Inhibitoren
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 12; globale Ansprechrate: 23,1% [2 von 12]; Ansprechrate bei Monotherapie: 11,1% [1 von 9]
     
  13. Thalidomid
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 9; globale Ansprechrate: 11,1% [1 von 9]; Ansprechrate bei Monotherapie: 11,1% [1 von 9]
     
  14. Lasertherapie
    höchstes Evidenzniveau: IV; Gesamtzahl der Patienten: 13; globale Ansprechrate: 23,1% [3 von 13]; Ansprechrate bei Monotherapie: 23,1% [3 von 13]

Wie auch bei der Alopecia areata werden als Erstbehandlung meist topische Steroide eingesetzt. Die Anwendung der systemischen oralen Kortikosteroidtherapie wird von den Autoren im Langzeitzeitraum als wenig sinnvoll erachtet.

Nach der obigen Übersicht gibt es nur eine Studie mit hohem Evidenzgrad, nämlich eine randomisierte klinische Studie mit Evidenzgrad II, bei der Hydroxychloroquin und Methotrexat über einen Zeitraum von 6 Monaten LPP verglichen wurden. Diese Studie zeigte eine signifikante Überlegenheit von Methotrexat gegenüber Hydroxychloroquin. Die Autoren betonen jedoch auch, dass die Verwendung von Hydroxychloroquin bei LPP nicht immer erfolglos ist, da mehrere Studien positive Ergebnisse mit einer Ansprechrate bei Monotherapie von 51,0% zeigen.

Das für alle anderen Behandlungen aufgeführte Evidenzniveau ist gering (Evidenzniveau: IV / V) und beruht zumeist auf Fallserien oder Einzelfallberichten. Ferner raten die Autoren dazu, die o.g. Therapieansätze als allgemeinen Hinweis zu betrachten, der im Einzelfall anzupassen sei. In Zukunft werden randomisierte und kontrollierte Studien benötigt, um den optimalen therapeutischen Ansatz bei LPP besser definieren zu können.

Quelle:
US National Library of Medicine, National Institutes of Health

18/01/2021

haircoaching -

Hier sind alle Mutmach-Sticker für Euch, die Ihr gerne kopieren dürft (einfach mit der rechten Maustaste über das Bild und Grafik anzeigen klicken).

HaarspaltereiKein Haar krümmenLiebe ohne HaareNicht kopflosBös raufen

Kein SchattenSchönes GesichtKein Haar in der SuppeGrosser VerstandFrisur

17/01/2021

haircoaching - Im Jahr 2017 veröffentlichte eine Forschergruppe aus den USA eine Studie zu möglichen Zusammenhängen zwischen Impfungen und der Alopecia areata. Typisch für die Alopecia areata ist, dass es sich um eine nicht vernarbende Alopezie handelt, bei der die betroffenen Haarfollikel mit T-Zellen infiltriert sind.

Die Forscher verfolgten bei dieser Studie das Ziel, den möglichen Zusammenhang zwischen der Alopecia areata und der Exposition durch Hepatitis-B-Virus (HBV) aufgrund einer Impfung zu untersuchen.
In einer allgemeinen Hautklinik wurden zwei pädiatrische Patienten, d.h. Kinder, mit AA nach einer Hepatitis-B-Impfung identifiziert. Im Medical Center der University of Rochester wurden eine Bioinformatik-Analyse und eine Datenbankabfrage für elektronische Patientenakten (EMR) durchgeführt, um Patienten mit AA, gleichzeitig bestehenden Virusinfektionen, Impfungen oder einer Interferontherapie (IFN) zu identifizieren. Die Forschergruppe wollte herausfinden, ob die Zahl des Auftretens von AA gemeinsam mit einem der oben genannten Situationen höher war als bei AA-Patienten, bei denen keine der genannten Infektionen oder Therapien vorkamen.

Die Ergebnisse zeigten eine erhöhte Häufigkeit von AA unter denjenigen, die das HBV-Oberflächenprotein-Antigen [Odds Ratio (OR) 2,7, p <0,0001] erhielten, und eine unabhängige Analyse zeigte eine erhöhte Häufigkeit von AA bei denjenigen, die eine IFN-β-Behandlung erhielten (OR 8,1, p <0,05). Ein potenziell identifiziertes antigenes Ziel war SLC45A2, ein melanosomales Transportprotein, das für die Haut- und Haarpigmentierung wichtig ist. Das längste potentielle Impfstoff-Peptidfragment (8-mer) war mit einem Segment der Killer-Zellrezeptoren (NK), KIR3DL2 und KIR3DL1, verbunden. Die prädiktive Modellierung der Bindung des Haupthistokompatibilitätskomplexes (MHC) -Peptids zeigte die potentielle Bindung dieses Peptids an MHC, die für AA relevant ist.

Nun müssen die Ergebnisse in zusätzlichen Patientendatenbanken überprüft werden, um die zeitlichen Beziehungen zu analysieren, und durch molekulare Experimente der identifizierten Antigene.
Die in dieser ersten Studie erhobenen Daten bestätigen jedenfalls Verbindungen zwischen viraler Infektion und IFN-Behandlung mit AA. Sie belegt, dass das Hepatitis-B-Oberflächenprotein-Antigen Epitope (das sind Molekülabschnitte eines Antigens) mit humanen killerimmuno-globulinähnlichen Rezeptoren teilt.


Quelle: https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs40257-017-0312-y

15/01/2021

haircoaching - Lupus erythematodes (LE) wird auch als Schmetterlingserythem bezeichnet, da es bei Auftreten im Gesicht in typischer Form über Wangen und Nasenrücken verläuft. Es handelt sich um eine chronisch verlaufende Autoimmunerkrankung, deren Ausprägung durchaus verschieden sein und bei einigen Patienten sogar lebenswichtige Organe betreffen kann, wie Gelenke, Niere, Herz, Lunge und Blut. Die Veränderungen der Haut können an allen möglichen Stellen des Körpers auftreten, so beispielweise auch auf der Kopfhaut. Hier kann es dann zu Vernarbungen kommen, durch die die Haarfollikel zerstört werden und keine neuen Haare mehr wachsen können. Daher wird von Wissenschaftlern auch seit Jahren diskutiert, Lupus in verschiedene Formen des Auftretens zu unterteilen. Lupus wird zu den chronisch-rheumatischen Erkrankungen gezählt.

Typisch sind die entzündlichen Schübe, unter denen die Patienten leiden, so wie es auch bei anderen autoimmunen Erkrankungen vorkommt. Diese werden von sogar längeren Phasen unterbrochen, in denen die Krankheit fast verschwunden zu sein scheint. Lupus kann sich in Lebensalter auftreten, meistens erscheint der Lupus der Haut erstmalig zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Frauen sind in der Regel häufiger betroffen als Männer.

Die Diagnose des LE wird für den Arzt zur Herausforderung aufgrund der Unterschiedlichkeit der Symptome und Verläufe und gehört definitiv in die Hände eines dermatologischen Spezialisten, um Verwechslungen und harmlose Fehldiagnosen auszuschließen. Die Diagnose muss durch entsprechende Laborbefunde gesichert sein. Hierin begründen sich auch die sich teilweise widersprechenden statistischen Aussagen über die Häufigkeit des Auftretens von LE.
So viel scheint jedoch festzustehen:
Klar umschriebene Symptome gibt es nicht. Beispielsweise tritt der diskoide Lupus erythematodes (DLE) in der Regel am Kopf oder im Nacken auf mit einem scharf umgrenzten, entzündlichen, meist schuppenden Knötchen. Bei weiterer Ausbreitung kommt es an den Haarbälgen zu Verdickungen der Hornschicht.
Beim systemischen LE gehören können Müdigkeit und Fieber, aber auch Gelenk- und Muskelschmerzen, Flüssigkeitseinlagerungen in den Beinen o.ä. Symptome auftreten. Hat sich der Lupus entwickelt, wird er chronisch, da das Immunsystem Gedächtniszellen bildet, die die Erkrankung weiter vorantreiben.

Vorbeugende Maßnahmen, um den Ausbruch der Erkrankung zu verhindern, gibt es nicht. Nur eines müssen alle an Lupus Erkrankten beachten: UV-Strahlung ist unter allen Umständen zu vermeiden. Betroffene sollten Lichtschutzmittel mit einem Faktor von mindestens 50 anwenden oder die Haut durch Kopfbedeckung und Kleidung vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Vorsicht auch bei Arzneimitteln, die zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen können.
Wie bei allen Autoimmunerkrankungen spielt die genetische Prädisposition eine wichtige Rolle. Allerdings kann auch bei LE die Genetik nicht allein verantwortlich für die Entstehung sein. Seit langem vermutet man sogenannte Trigger (Auslöser), die das Immunsystem zum Angriff gegenüber körpereigenem Material anregen. Bei Lupus könnte UV-Licht als Trigger in Frage kommen, insbesondere bei Bestrahlungen mit UVA/UVB-Kombination, aber auch nur durch einfache Bestrahlung. Auch einige Arzneimittel werden verdächtigt.

Eine ursächliche Heilung ist nicht möglich. Aber dank der Behandlung mit Glucocorticoiden und Immunsuppressiva lässt sich die Erkrankung heute besser in Schach halten. Doch muss die passende Therapie immer an die Situation, die Ausprägung des LE und den Verlauf beim einzelnen Patienten individuell angepasst werden.
Beim Lupus der Haut (CLE) bzw. der Kopfhaut kommen meist Glucocorticoide der Wirkstoffklassen II und III zum Einsatz. Zur Behandlung von Läsionen wird die Anwendung von Triamcinolon durch Injektionen in die entzündeten Stellen empfohlen. Als weitere mögliche Therapieansätze werden häufig auch Tacrolimus, Pimecrolimus, Antimalariamittel, Dapson und Methotrexat genannt. Als neue Therapieoption werden Biopharmazeutika getestet.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung, Ausgabe 49/2012

04/01/2021

haircoaching - Wir freuen uns, euch mitteilen zu können, dass Jenny Latz für Haarausfall-Beratungen eine kompetente und engagierte Nachfolgerin gefunden hat. Frau Sabine Wirth hat ab dem 1. Oktober 2020 die Beratungsgespräche übernommen. Es erleichtert Jenny den Rückzug, von Haarausfall Betroffene zukünftig bei ihr in guten Händen zu wissen.
Jenny Latz kann sich somit auf den Bereich der Informationsrecherche für euch konzentrieren. Sie wird euch also auch weiterhin auf dieser Homepage über alle wichtigen Neuerungen zu Haarausfall auf dem laufenden halten.
Lerne jetzt Sabine Wirth kennen: BERATUNG

02/01/2021

haircoaching - Im Mittelpunkt der Eigenbluttherapie steht das eigene Blutplasma. Dem Patienten bzw. der Patientin wird Blut abgenommen und anschließend zentrifugiert. Das so gewonnene Blutplasma mit seinen Blutplättchen, wird an verschiedenen Stellen der Kopfhaut mit einer sehr feinen Nadel injiziert. Dort, wo das Blutplasma injiziert wurde, können wieder neue Haare wachsen.

In der Regel werden zwischen vier und sechs Sitzungen in einem Abstand von zwei Wochen empfohlen. Die ersten Ergebnisse sind bereits nach drei Monaten sichtbar.

Mit der Eigenbluttherapie können PatientInnen mit erblichem Haarausfall behandelt werden. Einzelne Erfolge konnten auch beim kreisrunden Haarausfall beobachtet werden. Zuverlässige Studien mit belegbaren Erfolgen der Wirksamkeit der Eigenbluttherapie bei Haarausfall sind uns bislang jedoch leider nicht bekannt.

01/01/2021

haircoaching - Die Rauhnächte zum Übergang vom alten ins neue Jahr sind die längsten und dunkelsten. In früheren Zeiten bereiteten sie den Menschen Angst und mit vielerlei Bräuchen versuchte man sich vor Unheil zu schützen. Nicht wenige dieser Vorsichtsmaßnahmen haben sich bis in unsere Zeit erhalten.
Nach Einbruch der Dunkelheit blieb man zu Hause, um nicht von Dämonen verschleppt zu werden. Man vermied Streitereien, knallte nicht mit Türen und bemühte sich, kein Geschirr zu zerschlagen, damit der Lärm keine Dämonen anlocke.

Zwischen Weihnachten und Neujahr wurde keine Wäsche gewaschen. Ein Brauch, der besonders in Norddeutschland auch heute noch weit verbreitet ist. Besonders wenn man weiße Bettlaken draußen aufhängte, glaubte man, dass sich dunkle Dämonen darin verfangen und Krankheit ins Haus bringen würden. Wer Abfall aus dem Haus vor die Tür warf, warf damit auch sein Glück aus dem Haus. Haus und Hof sollten in der Zeit der Rauhnächte besonders sorgfältig in Ordnung gehalten werden. Durch Unordnung und Schmutz wurden böse Dämonen ins Haus gelockt. Wer fehlende Knöpfe nicht sofort ersetzte, dem drohte im neuen Jahr das Geld auszugehen.
Auch Haare und Nägel wurden in dieser Zeit nicht geschnitten. Ansonsten drohten Kopfschmerzen, Haarausfall und Nagelentzündungen im neuen Jahr.

Dagegen war es vorteilhaft während der Rauhnächte neue Besen zu binden, mit denen man Krankheiten oder böse Geister aus dem Haus fegen konnte. Wer während der Rauhnächte reichlich aß, musste im folgenden Jahr keine Hungersnot erleiden. Schweinefleisch und Grünkohl am Neujahrsabend versprachen Glück für das gesamte nächste Jahr.

14/12/2020

Ein Artikel von Jenny Latz - Erster Anlass für diesen Artikel war zunächst, dass ich nach einigen Jahrzehnten mit der Alopecia areata (AA) mit Anfang 50 eine rheumatoide Polyarthritis entwickelte. Nach meiner Kenntnis hatte dies niemand in unserer Familie gehabt. Dann kam in den letzten Jahren hinzu, dass ich von einigen Areata-Betroffenen, mit denen ich nun schon seit über 20 Jahren in Kontakt stehe, erfuhr, dass sie ebenfalls weitere Autoimmunerkrankungen zur Areata zusätzlich bekommen haben. Mir war bekannt, dass man von einer sogenannten "Vergesellschaftung" der Alopecia areata mit weiteren Autoimmunkrankheiten unter Wissenschaftlern sprach. Ich recherchierte und bekam kompetente Hilfe von Frau Univ.-Prof. Dr. med. Ulrike Blume-Peytavi, Kommissarische Direktorin der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Charité in Berlin und von Frau Prof. Dr. med. Regina Betz, Fachärztin am Institut für Humangenetik der Universität Bonn und Mitglied des Expertenrats von Haircoaching®. Hierfür vorab mein herzlicher Dank!

Zum Zusammenhang zwischen der Alopecia areata und weiteren autoimmunen Erkrankungen gibt es unzählige Untersuchungen, die jedoch vorwiegend aus dem Ausland, insbesondere aus den USA stammen. Ich habe im folgenden Inhalte aus vier aktuelleren Studien übersetzt und für euch zusammengestellt. Vorab jedoch eine Worterklärung des Begriffs Komorbidität, der so viel bedeutet wie ein weiteres, diagnostisch abgrenzbares Krankheitsbild oder Syndrom, das zusätzlich zu einer Grunderkrankung (Indexerkrankung) vorliegt.1 Der Einfachheit halber werde ich diesen Begriff hier verwenden.

Es ist sehr schwer vorherzusagen, welche Patienten mit Alopecia areata im späteren Leben an einer schweren Erkrankung leiden werden. In den USA gibt es ein Nationales Alopecia Areata Register, auf dessen Grundlage dort eine rückblickende Studie² im Jahr 2017 veröffentlicht wurde. Es stellte sich heraus, dass die atopische Dermatitis bei Patienten mit schwerer AA häufiger auftrat als bei Patienten mit leichter Erkrankung. Die häufigsten Autoimmunkomorbiditäten waren Vitiligo, Psoriasis, Schilddrüsenerkrankungen und juvenile idiopathische Arthritis.

Eine weitere rückblickende Studie an 871 AA Patienten in Korea untersuchte 2014 die Unterschiede der Komorbidität zwischen AA Patienten mit frühem und spätem Auftreten der Alopecia areata.³ Die Studie wollte die Unterschiede im Komorbiditätsprofil von AA in Bezug auf das beginnende Alter bewerten.
Die an der Studie teilnehmenden 871 AA-Patienten wurden zunächst in zwei Gruppen unterteilt, denjenigen, die nach und denen, die vor dem 13. Lebensjahr erstmals eine AA entwickelten. Signifikant mehr Patienten aus der Frühgruppe hatten eine Vorgeschichte mit atopischer Dermatitis oder eine Familienanamnese mit AA. Diese Ergebnisse stimmen mit früheren Berichten überein, in denen früh einsetzende AA mit Autoimmunerkrankungen und einer Familienanamnese von AA in verschiedenen ethnischen Bevölkerungsgruppen in Verbindung gebracht wurde. Die meisten serologischen Testwerte zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen und die Ergebnisse waren erheblich altersabhängig.
Diese Bedeutsamkeit dieser Studie besteht darin, da es sich um eine große Patientengruppe handelt und koreanische AA-Patienten, bei denen die AA vor der Pubertät einsetzt, ähnliche klinische Manifestationen aufweisen wie andere ethnische Bevölkerungsgruppen.

Eine Forschergruppe aus Taiwan verglich im Jahr 2011 ebenfalls den Zusammenhang zwischen Komorbidität und Alter zu Beginn der AA4 und wollte verstehen, welche Rolle atopische und autoimmune Erkrankungen bei AA spielen, und deren Entstehung zu erklären.
Das Besondere an dieser Studie ist die große Zahl untersuchter AA Patienten und der lange Zeitraum. Von 1996 bis 2008 wurden insgesamt 4.334 Patienten mit AA aus der Nationalen Krankenversicherungsdatenbank untersucht. Als Kontrollpersonen diente eine nationale repräsentative Gruppe von 784.158 Personen.
Bei Patienten mit AA gab es signifikante Zusammenhänge mit Vitiligo, Lupus erythematodes, Psoriasis, atopischer Dermatitis, Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse und allergischer Rhinitis. Unterschiedliches Alter zu Beginn führte zu unterschiedlichen Komorbiditäten. Ein erhöhtes Risiko für eine atopische Dermatitis und Lupus erythematodes wurde bei AA-Kindern unter 10 Jahren festgestellt. Zusätzliche Erkrankungen wie Psoriasis und rheumatoide Arthritis traten im Alter von 11 bis 20 Jahren auf. Die meisten atopischen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen wurden im Alter von 21 bis 60 Jahren beobachtet. Mit dem beginnenden Alter älter als 60 Jahre war die Schilddrüsenerkrankung in hohem Maße mit AA verbunden. Darüber hinaus hatten Patienten mit AA ein höheres Risiko für mehr gleichzeitig auftretende Krankheiten als die Kontrollpersonen.
Demnach ist die AA mit verschiedenen atopischen und autoimmunen Erkrankungen verwandt.

Und zum Schluss möchte ich noch auf eine weitere Langzeitstudie5 aus den USA zu Komorbiditäten bei Patienten mit Alopecia areata hinweisen. Von 2005 bis 2014 wurden 584 AA Patienten mit unterschiedlichem Schweregrad aus dem Alopecia-Register der Cleveland Clinic untersucht. Eine Kontrollgruppe von 172 Patienten mit der Diagnose seborrhoischer Dermatitis ohne Haarausfall wurde nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Es wurden Daten über Geschlecht, Alter und vorher mit AA verbundene Zustände wie Atopie, Ernährungsdefizite, Schilddrüsenerkrankungen und psychiatrische Störungen erhoben. Die Kriterien für die Aufnahme waren die Diagnose von AA durch einen Dermatologen der Cleveland Clinic und das Vorhandensein einer aktuellen Komorbiditätsliste in der Krankenakte des Patienten.
Die Mehrheit der Patienten mit AA waren Frauen (68,50% gegenüber 31,50%) mit einem Durchschnittsalter von 35,54 ± 19,28 Jahren. Bedingungen, die positiv mit AA verbunden waren, waren Ekzeme, Schilddrüsenerkrankungen, Vitamin-D-Mangel und Anämie. Negativ mit AA verbundene Zustände waren Diabetes mellitus und Reizdarmsyndrom. In der weiblichen Bevölkerung hatten Patienten mit AA einen erhöhten Androgenspiegel und eine höhere Rate an Eierstockzysten.

Ähnlich wie in früheren Studien wurde ein erhöhtes Auftreten von Schilddrüsenerkrankungen, Ekzemen und Anämien sowie eine verringertes Vorkommen von Diabetes mellitus und Reizdarmsyndrom festgestellt. Darüber hinaus hatten Patienten mit AA mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Vitamin-D-Mangel und erhöhte Androgenspiegel. Weitere Einblicke in diese Komorbiditäten könnten Ärzten helfen, AA besser zu verstehen und zu behandeln.

Quellen:

1 Wikipedia.org
² Alopecia Areata in der Pädiatrie: Eine retrospektive Analyse von Komorbiditäten bei Kindern im Nationalen Alopecia Areata-Register.
Pediatr Dermatol. 2017 Sep;34(5):e271-e272. doi: 10.1111/pde.13238.
³ Unterschiede in den Komorbiditätsprofilen zwischen Alopezie-Areata-Patienten mit frühem und spätem Auftreten: Eine retrospektive Studie an 871 koreanischen Patienten. Ann Dermatol. 2014 Dec;26(6):722-6. doi: 10.5021/ad.2014.26.6.722. Epub 2014 Nov 26.
4 Komorbiditätsprofile bei Patienten mit Alopecia areata: die Bedeutung des beginnenden Alters, eine landesweite bevölkerungsbasierte Studie.
J Am Acad Dermatol. 2011 Nov;65(5):949-56. doi: 10.1016/j.jaad.2010.08.032. Epub 2011 May 25.
5Komorbiditäten bei Patienten mit Alopecia areata. J Am Acad Dermatol. 2017 Apr;76(4):755-757. doi: 10.1016/j.jaad.2016.12.007.

07/12/2020

Berlin - Da über die Ursachen der vernarbenden Alopezien noch recht wenig bekannt ist, will die Charité Berlin eine Studie durchführen. Dabei geht es insbesondere um die genetische Untersuchung zur Ursachenforschung der seltenen lichenoiden, vernarbenden Alopezien (Lichen planopilaris, Frontal fibrosierende Alopezie – M. Kossard).
Die Kontaktdaten und weitere Details zur Studie findest du unter dem folgenden Link:
STUDIE CHARITE