Haarausfall Neuigkeiten

16/07/2021

Dresden - Das Sozialgericht Dresden im März 2021 entschieden, dass eine dauerhaft kahlköpfige Frau von der Krankenkasse die Versorgung mit einer Echthaarperücke verlangen kann, wenn dies langfristig die kostengünstigste Variante darstellt. Im speziellen Fall leidet die Klägerin an Alopezia areata totalis (kompletter Haarverlust am Kopf). Seit Jahren bevorzugt sie die Versorgung mit einer kurzen bis mittellangen Echthaarperücke, während die Krankenkasse nur den Vertragspreis für eine günstige Kunsthaarperücke erstattet.
Das Sozialgericht Dresden hielt jedoch die Versorgung mit einer Echthaarperücke für wirtschaftlicher, da die gewählten Echthaarperücken wesentlcih länger getragen werden könnten.

Im Fall der Klägerin sei die Echthaarperücke zwar knapp 50 % teurer gewesen, habe jedoch auch doppelt so lange gehalten, bevor eine Neuversorgung erfolgen musste.

Leider veröffentlichte die Ärztezeitung das Urteil in ihrer Online-Ausgabe vom 1. April 2021 unter dem falschen Titel "Bei androgenetischer Alopezie Anspruch auf Echthaarperücke". Das stimmt nicht! Bei einer androgenetischen Alopezie muss die betroffene Frau in der Regel die Kosten selbst übernehmen. Im vorliegenden Urteil geht es um die Alopecia areata totalis, d.h. kompletter Haarverlust am Kopf.

Lesen Sie das ganze Urteil unter:
https://www.krankenkasseninfo.de/ratgeber/nachrichten/haarausfall-bei-f…

28/06/2021

haircoaching - Melatonin ist als starkes Antioxidanz und ein Wachstumsmodulator bekannt. Es regelt unterschiedlichste physiologische Prozesse im menschlichen Körper wie saisonale Biorhythmen, den Schlaf-Wach-Rhythmus und es beeinflusst den Alterungsprozess. Wie in der Haut wurden auch im menschlichen Haarfollikel die Synthese von Melatonin sowie die Expression von Melatonin-Rezeptoren nachgewiesen und ein Einfluss auf die Haarwachstumszyklen beobachtet werden Auf der Suche nach Alternativen zu Finasterid und Minoxidil für die Behandlung des erblichen Haarausfalls wurde Melatonin in fünf klinischen Studien untersucht.
Die Ergebnisse zeigten eine gute Verträglichkeit und positive Effekte einer lokalen, einmal abendlichen Anwendung von Melatonin auf die androgenetische Alopezie bei Männern und Frauen.

Eine Multicenterstudie mit über 1.800 Probanden in 200 Zentren zeigte, dass der Anteil der Patienten mit 2- bis 3-fach positivem Pull-Test von 61,6 % auf 7,8 % abgesunken war. Außerdem wurde ein Rückgang der Seborrhöe und der seborrhoischen Dermatitis der Kopfhaut beobachtet. Da Sicherheit und Verträglichkeit in allen Studien gut waren, wurde die äußerliche Behandlung mit einer kosmetischen Melatonin-Lösung als sinnvolle Alternativbehandlung bei erblichem Haarausfall bezeichnet.

25/06/2021

haircoaching - Verschiedene Untersuchungen von der Häufigkeit des Auftretens innerhalb einer Familie und Studien mit Zwillingen haben gezeigt, dass genetische Faktoren eine wesentliche Rolle bei der Alopecia areata spielen.
Die Alopecia areata wird als eine multifaktorelle Erkrankung bezeichnet. Das heißt, dass nicht nur die zuvor angesprochenen Erbfaktoren, sondern offenbar auch von außen (endogen) hinzukommende Faktoren für die Entstehung von Bedeutung sind. Welche das sein könnten, darüber haben die Forscher bisher noch keine Erkenntnisse.

Wie genau die Alopecia areata entsteht und welche Mechanismen dabei wichtige Schlüsselpositionen einnehmen, ist bisher noch nicht bekannt. Man geht davon aus, das eine Anzahl verschiedener Gene beteiligt ist. Wie viele dies genau sind, ist ebenfalls noch nicht bekannt.
In letzter Zeit wurden sowohl durch Studien am Institut für Humangenetik Bonn als auch unter der Leitung von Prof. Angela Christiano in den USA mehr als 10 Gene identifiziert, die auf ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung der Alopecia areata hindeuten. Dabei handelt es sich insbesondere um Gene, die eine wichtige Rolle bei der Regulierung und Vorbeugung von Entzündungsprozessen im menschlichen Körper, aber auch für die körpereigene Abwehr spielen.

23/06/2021

haircoaching - Es gibt nur wenige Ärzte, die sich so ausdrücken können, dass wir Patienten auch verstehen, wovon sie reden. Bei den Dermatologen ist das nicht anders.
In diesem Artikel findest du Erklärungen zu einigen Begriffen und Fakten rund um Haarwuchs und -ausfall.

Telogenes Effluvium oder Alopezie

Mit telogenem Effluvium ist ein verstärkter täglicher Haarwechsel gemeint, ohne dass eine Lichtung sichtbar wird. Telogen deshalb, weil hier mehr Haarfollikel als normal die Wachstumsphase vorzeitig beenden und in die Ausfall-, Telogenphase eintreten.
Von Alopezie spricht man, wenn der Haarverlust nach außen hin sichtbar wird, etwa durch eine Ausdünnung am Oberkopf (erblicher Haarausfall) oder einzelne kahle Stellen (Alopecia areata).

Wie oft darf man sich die Haare waschen?

Experten empfehlen eine Haarwäsche mindestens zweimal pro Woche, raten aber auch nicht von täglicher Wäsche ab. Durch das Waschen fallen nicht mehr oder weniger Haare aus. Wer aus Angst seine Haare nur einmal in der Woche wäscht, hat logischerweise auch mehr Haare im Abfluss.

Ob ein Spezialshampoo nötig ist, hängt vom Zustand der Kopfhaut und der Haare ab. Bei Baby-Shampoos besteht das Problem, dass diese oft nicht ausreichend reinigen. Im Grunde genommen kann man jedes "normale" Shampoo benutzen, wenn man es mag (besonders den Duft) und auch verträgt.

Haarwachstum

Unsere Haare wachsen ca. 0,3 mm pro Tag. Das ist ein Wachstum, dass wir mit bloßem Auge kaum erkennen können. Zur gleichen Zeit fallen täglich ca. 80 bis 100 Haare aus.
Wie lang deine Haare werden, hängt davon ab, wie lange die Wachstums-, also Anagenphase deiner Haarfollikel dauert. Das ist genetisch vorbestimmt. Beispielsweise gibt es Frauen (z.B. in Indien), deren Haare bis zum Boden wachsen. Sie haben extrem lange Anagenphasen. Andererseits hört man oft die Klage:
"Meine Haare werden nicht länger als bis zu den Schultern!"
Bei diesen Frauen (oder auch Männern) sind die Wachstumsphasen der Haarfollikel kürzer angelegt.

21/06/2021

haircoaching - Wissenschaftler verschiedener Disziplinen in München, nämlich der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein und der Fakultät für Medizin, Technische Universität München haben sich gemeinsam mit dem Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) mit der Stigmatisierung von Menschen mit Haarausfall beschäftigt.
Man ging davon aus, dass das Symptom Haarausfall Stigmatisierung und starke Einbußen in der Lebensqualität mit sich bringen kann.

Es wurden jedoch keine Patienten:Innen befragt, sondern mittels vordefinierter MeSH-Begriffe und Schlagwörter wurde eine systematische Suche in den Datenbanken MEDLINE (PubMed), EMBASE, PsycINFO und PsycNET durchgeführt.
Die Auswertung der gefundenen Literatur (insgesamt wurden 98 Studien identifiziert) ergab eine hohe Heterogenität der Studien und der Bewertungen für die Stigmatisierung.

Fazit:
Ungeachtet der Ursachen leiden Patienten:Innen mit Haarausfall häufig an Stigmatisierung, die ihre Lebensqualität einschränkt. Die Stigmatisierung von Menschen mit sichtbaren Hautveränderungen wird im klinischen Alltag und beim Umgang mit Betroffenen bisher oft vernachlässigt. Studien, die sich spezifisch mit der Stigmatisierung durch Haarausfall befassen, sind rar. Es bedarf weiterer Studien, die Vergleiche zwischen Haarverlust unterschiedlicher Pathogenese und zwischen Alopezie und an deren sichtbaren Dermatosen ermöglichen, um die psychosoziale Belastung durch Haarausfall besser einordnen zu können.

Wir von Haircoaching® finden, man könne uns gerne befragen und eine evidenzbasierte Studie durchführen. Vielleicht merken dann auch die Krankenkassen, wie hoch die Kosten durch schlechte Versorgung von Haarpatienten:Innen werden können.

Die ganze Studie könnt ihr unter dem u.st. Link nachlesen. Ist diesmal auf Deutsch!

Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.14234_g

02/06/2021

haircoaching - Viel Neues gibt es leider nicht zu berichten. Derzeit wird offenbar wenig geforscht zu den vernarbenden Alopezien.Eine der hartnäckigsten Kopfhauterkrankungen, die Folliculitis decalvans, kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen. Es handelt sich um eine Entzündung, bei der Haarfollikel und Kopfhaut zerstört werden. Verursacht wird die Folliculitis decalvans möglicherweise durch eine starke Reaktion auf Staphylokokken.
Man sieht narbig-atrophe Areale mit entzündlich gerötetem Rand, manchmal auch Pusteln und Krusten. Bei Fortschreiten der Entzündung und Vernarbung kann es zur Ausbildung von Büschel- oder Pinselhaaren kommen. Dabei treten 5 – 10 Haare aus einer gemeinsamen Öffnung aus und bieten so eine ideale Angriffsfläche für Staphylokokken, so dass es zur weiteren Verschlimmerung der Entzündung kommen kann.
Die Behandlung der Folliculitis decalvans ist langwierig und schwierig. Als Basistherapie steht im Vordergrund, die Staphylokokken zu minimieren und die Entzündung zurückzudrängen. Wichtig ist, die tägliche Kopfwäsche mit keimvermindernden Shampoos. Danach muss die Kopfhautoberfläche trocken gefönt werden, damit den Bakterien der Nährboden entzogen wird. Innerliche Antibiotikatherapien führen zur Besserung, die jedoch nicht immer anhält.
Am wirksamsten ist (nach Wolff) das Kombinationsschema: Clindamycin und Rifampicin über 6 bis 12 Wochen. Danach sind alle Patienten erscheinungsfrei, teils über viele Monate hinweg. Um Rückfälle zu vermeiden, sollten möglichst alle Büschelhaarfollikel operativ aus der Kopfhaut entfernt werden, damit sie nicht noch mehr Staphylokokken in die Kopfhaut ziehen können. Wenn die Erkrankung zum Stillstand gekommen ist, können größere Narbenareale operativ verkleinert werden.1*

Quellen:

1*Arzneimitteltherapie der Alopezien, H. Wolff, Elektronischer Sonderdruck, Der Internist, 2015 56:1196-1208, Springer-Verlag

31/05/2021

haircoaching - Seit einigen Jahren bieten immer mehr niedergelassene Dermatologen eine sog. PRP Behandlung bei Haarausfall als IGEL-Leistung an. Die Kassen zahlen also nicht für diese Behandlung. Ein Grund mehr zu fragen, was eigentlich dahinter steckt. Was bringt mir eine PRP Behandlung, bei welchem Haarausfall und was ist das eigentlich? Wir haben unseren Expertenrat hierzu befragt.

Die PRP-Behandlung ist eigentlich eine Eigenblutbehandlung. PRP = Plättchen Reiches Plasma.
Es handelt sich grundsätzlich um ein "körpereigenes Produkt", wenn nicht noch andere Stoffe hinzugefügt werden. Und hier ist der erste Knackpunkt:
PRP-Behandlungen werden nicht nur von Dermatologen angeboten, sondern auch von eher kosmetisch orientierten Einzelunternehmern. Hier ist zur Vorsicht zu raten. Wenn, dann sollte diese Behandlung von einem erfahrenen Hautarzt durchgeführt werden, um Nebenwirkungen und allergische Reaktionen auszuschließen.

Wann macht PRP Sinn?
Erfahrungen nach Haartransplantationen und dem Einsatz einer PRP Behandlung gibt es schon länger. Dies will man nun auf andere Formen von Haarausfall als weitere Therapielalternative ausweiten. Studien zur Wirksamkeit liegen jedoch bisher nicht vor, wie z.B. Halbseitenstudien. Was man jedoch weiß ist, dass im PRP der Wachstumsfaktor insuline-like growth factor 1 (IGF-1) enthalten ist, für den es wissenschaftliche Belege für Wachstumsförderung des Haares gibt.
Nach Aussage unserer Experten bietet sich die Behandlung mit PRP als Initialstimulation mit anschließender bewährter Erhaltungstherapie an, aber auch bei Patienten, bei denen der Effekt einer langjährig bewährten Therapie nachlässt. Demnach könnte man es bei erblichem, diffusem oder kreisrundem Haarausfall versuchen.

Die PRP Behandlung
Es wird Blut abgenommen, in der Zentrifuge angereichert und so thrombozytenreiches Plasma gewonnen, das anschließend wieder mit Mikronadeln in die Kopfhaut injiziert wird. Die Idee dahinter ist, dass die eigenen Stammzellen die Zellerneuerung anregen und die Haarwurzeln aufbauen.

Die Kosten
Nach unseren Recherchen bewegen sich die Kosten pro Sitzung zwischen 200 und 300 €. Nach Expertenaussage sind in der Regel etwa drei Sitzungen nötig. Damit ist dies nicht unbedingt die preiswerteste Behandlungsform bei Haarausfall.

21/05/2021

haircoaching - Wichtig zu wissen ist, dass bei Frauen der erbliche Haarausfall auch zeitweise von einem diffusen Haarausfall durch Ferritinmangel o.ä. überlagert sein kann. Dann bestehen zwei verschiedene Haarausfall-Formen gleichzeitig, die getrennt voneinander behandelt werden müssen.
Der erbliche Haarausfall entsteht durch Miniaturisierung der Haarwurzeln während sich die Anzahl der ausfallenden Haare nicht verändert. So kann es langsam zu einer Lichtung am Oberkopf kommen. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch, dass bei Frauen oft neben dem erblichen ein diffuser Haarausfall vorliegt. Bei diesem Krankheitsbild scheinen zusätzlich Synchronisationsprobleme im Haarzyklus eine Rolle zu spielen. In diesen Fällen handelt es sich um zwei unabhängige, gleichzeitig bestehende Formen von Haarausfall, die sich in ihrer Wirkung auf dem Kopf summieren.
Es gibt aber mittlerweile auch Hinweise, dass die diffuse Komponente fester Bestandteil des anlagebedingten Haarausfalls sein könnte. Zunehmend setzt sich dafür daher die Begrifflichkeit der „female alopecia“ durch.

19/05/2021

haircoaching - Ob man den Schwerbehindertenausweis beantragt oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Der Gesetzgeber hat mit dem Schwerbehindertengesetz Menschen, die aufgrund einer Behinderung Nachteile erleiden, die Möglichkeit geschaffen, den entsprechenden Ausgleich zu erhalten. Insbesondere beim erblich bedingten männlichen Haarausfall wird man in der Regel keinen positiven Bescheid erwarten können. Nur wer tatsächlich unter den Folgen seines Haarausfalls leidet sollte diese Vergünstigungen auch in Anspruch nehmen dürfen.

Wenn einer Frau beim Arbeitsamt geraten wird, keine Tücher, sondern Perücken zu tragen, um ihre Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz zu verbessern, wenn man im ganz normalen Alltagsleben auf gewisse Dinge wie Sauna oder Sport verzichtet aus Angst, die Kopfbedeckung zu verlieren und sich dem Gespött der Mitmenschen auszusetzen, dann muss von einer Behinderung im Sinne des Gesetzgebers gesprochen werden. Im Paragraph 3 des Schwerbehindertengesetzes (SchwbG) spricht man im Absatz 1 von

Behinderung im Sinne dieses Gesetzes ist die Auswirkung einer nicht nur vorübergehenden Funktionsbeeinträchtigung, die auf einem regelwidrigen körperlichen, geistigen oder seeli-schen Zustand beruht. Regelwidrig ist der Zustand, der von dem für das Lebensalter typischen abweicht. Als nicht nur vorübergehend gilt ein Zeitraum von mehr als sechs Monaten. (…)
Quelle: https://behinderung.org

Wer glaubt, dass bei ihm eine Behinderung vorliegt, muss dies von sich aus beantragen. Dies geschieht durch ein formloses Schreiben. Der Satz „hiermit beantrage ich die Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft“ genügt. Allerdings muss man die behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht befreien, denn diese werden vom zuständigen Amt kontaktiert und um Befundberichte gebeten. Die Anträge für das jeweilige Bundesland kann man dem folgenden Link entnehmen:
VERSORGUNGSÄMTER

Da der Gesetzgeber die Eingliederung behinderter Menschen als eine besondere gesellschaftliche Aufgabe betrachtet, versucht er mit diesem Gesetz die Nachteile auszugleichen, die diesen Personen aufgrund ihrer Behinderung entstehen.

§ 2

Gleichgestellte

(1) Personen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen im übrigen die Voraussetzungen des § 1 vorliegen, sollen auf Grund einer Feststellung nach § 4 auf ihren Antrag vom Arbeitsamt Schwerbehinderten gleichgestellt werden, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 7 Abs. 1 nicht erlangen oder nicht behalten können. Die Gleichstellung wird mit dem Tag des Eingangs des Antrages wirksam. Sie kann befristet werden.

Schwerbehinderte können eine Reihe von Rechten und Vorteilen in Anspruch nehmen. Diese reichen vom Grundgesetz über das Gesetz zur Sicherung der Eingliederung Schwerbehinderter in Arbeit, Beruf und Gesellschaft (SchwbG) bis in die Regelungen des Sozialrechtes hinein sowie Rentenvorteile, besonderer Kündigungsschutz, Urlaubstage und Steuerfreibeträge.

Bescheinigt wird eine Behinderung durch den Schwerbehindertenausweis, auf dem der Grad der Behinderung und weitere gesundheitliche Merkmale verzeichnet sind, jedoch nicht der Grund der Behinderung. Die Maßeinheit für den Grad der Behinderung wird durch die Abkürzung GdB in Prozent dargestellt.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung beziehen sich der GdB nach dem SchwbG und die MdE nach dem Bundesversorgungsgesetz nicht nur auf Einschränkungen im Erwerbsleben, sondern berücksichtigen auch Einbußen im übrigen, „täglichen“ Lebensbereich. Der Arzt wird nach aller Erfahrung auch die Besonderheiten der jeweiligen Anspruchsberechtigungen in seine Beurteilung mit einfließen lassen.

Im Schwerbehindertenrecht sind Behinderungen nicht nur festzustellen, sondern auch zu beurteilen. Außergewöhnliche seelische Begleiterscheinungen müssen berücksichtigt werden und führen gegebenenfalls zur Erhöhung des sonst üblichen Wertes.

Schwerbehinderung Haarausfall

In der MdE-Tabelle findet man den Begriff „Haarausfall“ unter dem Punkt Haut - Als GdB werden hierfür 30% angesetzt.

Im Einleitungstext kann man folgende Formulierung lesen:

Bei Entstellungen ist zu berücksichtigen, dass sich Schwierigkeiten im Erwerbsleben, Unannehmlichkeiten im Verkehr mit fremden Menschen sowie seelische Konflikte ergeben können. Besonders gilt dies bei der Entstellung des Gesichts. Bei Frauen können Entstellungen schwerer wiegen als bei Männern.

Wenn mehrere Behinderungen vorliegen, muss eine Gesamt-MdE angegeben werden, die aber nur dann ermittelt werden kann, wenn alle – auch nicht-dermatologischen – Fachgutachten vorliegen. Wobei die Auswirkungen der einzelnen Behinderungen in ihrer Gesamtheit und unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungen zu bewerten sind, da sie eventuell auch sehr verschiedene Bereiche des täglichen Lebens betreffen und sich in ihren Auswirkungen überschneiden sowie gegenseitig verstärken können. Ein einfaches Addieren der einzelnen Prozentsätze ist deshalb nicht üblich.

Kommen andere Beeinträchtigungen wie z.B. ein Rückleiden hinzu, kann es bis zu 50 % geben. Sollte der Antrag abgelehnt werden, besteht das Recht, gegen diesen Bescheid Widerspruch einzulegen.

 

17/05/2021

haircoaching - Bereits seit vielen Jahren weiß man, dass die Alopecia areata sich gerne im Laufe der Jahre mit weiteren Erkrankungen vergesellschaftet, wie es die Fachleute nennen. Viele Betroffene, die den kreisrunden Haarausfall seit Jahrzehnten haben, müssen mit zunehmendem Alter feststellen, dass es leider oft nicht dabei bleibt.

Am häufigsten anzutreffen sind Verbindungen mit allergischen Erkrankungen, insbesondere mit

  • allergischem Asthma
  • Neurodermitis
  • Dermatitis
  • Heuschnupfen

Darüber hinaus kann es aber auch zu weiteren autoimmun gesteuerten Erkrankungen kommen wie

  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Vitiligo
  • rheumatoide Arthritis
  • Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis
  • Lupus Erythematodes
  • Typ-1 Diabetes

Jede Reaktion des Immunsystems kann eine Alopecia areata aktivieren, wenn die genetische Veranlagung dafür besteht. Daher halten Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der Alopecia areata und Impfungen für wahrscheinlich.
Über genetische Untersuchungen versuchen Forscher weltweit herauszufinden, ob und falls ja, welche Gene als Verursacher in Frage kommen könnten. Auch erhofft man sich Aufklärung über den Zusammenhang mit Umweltfaktoren.