Haarausfall Neuigkeiten

26/11/2019

Brasilien - Der Pharmariese Pfizer hat die Zulassung für Tests des Wirkstoffs Tofacitinib unter dem Markennamen Xeljanz. Die weltweite Alopecia-Areata-Community ist in Aufregung seit Fotos eines jungen Mädchens aus Brasilien durch den Internet-Blätterwald rauschen. Die Fotos findet ihr im unten stehenden Quellen-Link.
Tofacitinib kommt ursprünglich bei der rheumatoiden Polyarthritis zum Einsatz. Pfizer startet nun weltweite Studienreihen zur Wirkung bei der Alopecia areata. Während man in den USA offenbar "nur" begeistert ist, verhalten sich Fachleute in Deutschland noch zurückhaltend. Grund sind die starken und nicht unerheblichen Nebenwirkungen von Tofacitinib. Wir werden euch weiter berichten an dieser Stelle.

Quelle:
Sky Statement

28/05/2019

USA - Wissenschaftler des Columbia University Medical Center haben über Zelltransplantation neue Haare auf kahler menschlicher Haut wachsen lassen. Bisher gelang dies nur bei Mäusen. Beim Menschen funktionierten diese Versuche bislang nicht. Im Labor verwandelten sich die haarbildenden Zellen bei der Vermehrung immer wieder in normale Hautzellen.
Die Wissenschaftler konnten 2013 dieses erste Problem lösen. Für ihre Studie1 wurden die Zellen von sieben Männern mit erblichem Haarausfall entnommen. Nach der Vermehrung dieser Zellen in menschlicher Haut wurden diese auf den Rücken von Mäusen transplantiert. Bei fünf der sieben Versuchsreihen bildeten sich innerhalb von sechs Wochen neue Haarfollikel. Ein DNA-Test bestätigte, dass die Haare menschlichen Ursprungs waren und zu dem jeweiligen Spender passten. Allerdings wuchsen zum Teil nur recht kleine Haare, die nicht alle Hautschichten durchdringen konnten.

Bis zum Versuch am Menschen müssen noch viele Fragen geklärt werden. Bisher ist unklar, wodurch genau Haarfarbe oder Wuchsrichtung bestimmt werden. Es fehlt an Langzeitstudien. Auch die Kosten einer solchen Zelltransplantation können noch nicht abgeschätzt werden.

Quelle:
1Microenvironmental reprogramming by three-dimensional culture enables dermal papilla cells to induce de novo human hair-follicle growth

28/05/2019

Barcelona - Wenn man sich für eine Haartransplantation entscheidet, sollte man sich vorab über die Methode informieren, mit der die Spenderhaare - meist am Hinterkopf - entnommen werden. Im wesentlichen wird nach zwei Entnahmetechniken unterschieden: FUT und FUE

FUT
Diese Abkürzung bedeutet Follicular Unit Transplantaion, d.h. es wird ein Hautstreifen mit mehreren Haarfollikeln entnommen, unter dem Mikroskop zerteilt in sogenannte Grafts und diese dann an die neue Stelle verpflanzt.

FUE
Ebenfalls aus dem Englischen kommend bedeutet FUE Follicular Unit Extraction. Bei diesem neueren Verfahren werden direkt einzelne Grafts im Spenderbereich entnommen, in Nährlösung zwischengelagert und an neuer Stelle eingepflanzt.

Immer mehr Anbieter von Haartransplantationen sind in letzter Zeit dazu übergegangen, grundsätzlich nur eine der beiden Methoden als DIE beste anzupreisen. Dr. med. Andreas Finner, vom Trichomed Zentrum, Berlin und Mitglied des Expertenrats von Haircoaching® hat bei einem Vortrag auf dem diesjährigen 11. Weltkongress für Haarforschung in Sitges, Barcelona vom 24. bis 27. April 2019 FUT und FUE miteinander verglichen und kommt zu dem Ergebnis, dass erst im Einzelfall entschieden werden kann, welche Methode erfolgversprechender ist.
Den Artikel findest du unter dem folgenden Link: FUT noch relevant? Um den vollständigen Text lesen zu können, musst du dich bitte anmelden oder erstmalig registrieren.

14/05/2019

haircoaching - Im Bereich Haarersatz, Zweithaar, Haarteile, Hairweaving tummeln sich viele Geschäftemacher und Abzocker, die mit lauter Werbung und blumigen Versprechen nichts anderes wollen, als Geld mit dem Leid von Haarausfall betroffener Menschen zu verdienen. Kein Wunder, denn neben der Anti-Aging-Branche ist Haarausfall der zweitstärkste und boomende Teil für die Kosmetikindustrie.
An erster Stelle will man die Kundin, den Kunden auf jeden Fall ins Geschäft locken. Hier macht man sich die mangelhafte Terminvergabe der Fachärzte zunutze und bietet - meist kostenlos - eine Diagnose mittels eines Kopfhautvideos an. Dass die anschließenden Bilder meist desaströs sind, versteht sich von selbst und eigentlich wusste der/die Kunde/IN das auch schon vorher. Aber hier wird auf perfide Art und Weise mit der Psyche von Betroffenen gespielt. Der Schock sitzt tief, man fühlt sich verstanden und traut sich kaum abzulehnen, wenn einem gleich im Anschluss ein sogenannter "Servicevertrag" vorgelegt wird, nicht selten verbunden mit Rabattversprechen.
Und schon sitzt man in der Falle:
Die Rabatte wurden meist vorher schon in die völlig überteuerten Preise einberechnet (hier hat man aus der Möbelbranche gelernt), ein zweites Haarteil wurde gleich mitverkauft mit der Schocknachricht, dass man ja, wenn das erste in Reparatur müsste, wochenlang ohne Haarersatz rumlaufen müsste. Der Vertrag ist unterschrieben und nicht selten muss man mit dem Anwalt drohen, um aus diesen Verpflichtungen wieder rauszukommen.
Vorsicht bei solchen Hokuspokus-Angeboten! Am besten den Laden gleich wieder verlassen, ohne sich auf weitere Diskussionen und Erklärungen einzulassen. Ein seriöses und qualifiziertes Zweithaarstudio legt dir keinen Vertrag vor gleich beim ersten Besuch. Meistens ist eine erste Beratung auch kostenlos und unverbindlich. Einige kleinere Studios können sich das nicht leisten und nehmen einen kleinen Betrag für die Beratungsstunde. Aber mehr nicht!
Bei den auf dieser Homepage gelisteten Zweithaarstudios wirst du nicht über den Tisch gezogen. Hier geht es direkt zu den Adressen:
Zweithaarstudios
Haarverdichtung

14/05/2019

haircoaching - Bei Prostaglandin handelt es sich um einen Wirkstoff aus der Glaukomforschung. Nachdem bei der Anwendung von Augentropfen, die Prostaglandin enthalten ein vermehrtes Wimpernwachstum beobachtet hatte, wurde dieser Wirkstoff und seine Analoga schnell auch für Seren verwendet, die ein neues und dichtes Wachstum der Wimpern versprechen. Unter dieser Effekt konnte in den USA sogar durch klinische Studien belegt werden. Auch in Wimperntusche und Augenbrauenprodukten ist der Wirkstoff mittlerweile enthalten.

Doch der Medical Tribune schreibt hierzu: "... wer die Pracht aufpeppen will, klebt besser künstliche Härchen an."*)

Warum? Die genauen Wirkmechanismen sind noch nicht bekannt. Dafür weiß jedoch von verschiedenen Nebenwirkungen, wie der recht häufig auftretenden Hyperämie der Bindehaut (Bindehautentzündung mit Rötung) sowie einer Pigmentierung der Iris, verstärktes Fett rund ums Auge, vertiefte Lidfalte, Juckreiz und Ödeme im Augenlid.

Prof. Dr. Christiane Bayerl von der Klinik für Dermatologie und Allergologie an den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden warnt daher in einem Interview mit Medical Tribune*) vor der Verwendung von Prostaglandin in Kosmetikprodukten.

Daher scheinen künstliche Wimpern bei fehlender oder zu dünner Wimpernpracht derzeit die gesündere Alternative.

Quelle:

*)Medical Tribune, 14.03.2019

07/05/2019

haircoaching - Wenn Frauen unter vermehrtem Haarausfall leiden, sollte die Diagnose, um welche Form von Haarausfall es sich handelt, an erster Stelle stehen. Oft wird vorschnell eine androgenetische Alopezie diagnostiziert. Aber es kann sich durchaus auch um einen diffusen Haarausfall handeln. Ich habe für euch einen interessanten Artikel gefunden, der zwar schon ein wenig älteren Datums, größtenteils aber noch immer aktuell ist und relativ gut verständlich - auch für Laien.
HAARAUSFALL BEI FRAUEN

07/05/2019

haircoaching - Lupus erythematodes ist eine sehr komplexe und vielschichtige Autoimmunerkrankung, die zum weitem Feld der Rheumakrankheiten gezählt wird. Es gibt nicht sehr viel Literatur, die umfassend und gut recherchiert ist. Ich habe für euch in einem Artikel eine Zusammenfassung von Erkenntnissen zur Lupus-Erkrankung verfasst. Ein Link verweist auf den Originalbeitrag, der sehr umfassend ist, den ich euch aber dringend an Herz legen möchte, wenn ihr gut informiert sein wollt. Um den Artikel lesen zu können, müsst ihr euch anmelden bwz. registrieren. Zum Artikel geht es hier:
LUPUS-ERYTHEMATODES

30/04/2019

haircoaching - Es kommt sehr häufig vor, dass Entzündungen oder Erkrankungen der Kopfhaut Haarausfall nach sich ziehen können. Immerhin sitzt die eigentliche Haarfabrik, die Papille mit dem Haarfollikel in der Kopfhaut und lebt vom sie umgebenden Gewebe. Hier braucht es keine Haarwuchsmittel, sondern in diesem Fällen sollte ein Dermatologe/IN die Kopfhaut behandeln, damit in der Folge auch der Haarausfall gestoppt wird.

Es gibt viele verschiedene Erkrankungen der Kopfhaut, eine davon ist die Psoriasis, die bei Auftreten auf dem Kopf, Psoriasis capitis genannt wird. Im Jahr 2009 hat eine Expertengruppe aus sechs Ländern einen umfassenden Bericht veröffentlicht, in dem Empfehlungen für die Behandlung in der Praxis ausgesprochen wurden. Anhand einer Tabelle kann der Arzt die Psoriasis capitis nach drei Formen unterscheiden: mild, moderat und schwer (severe). Auf der Grundlage dieser Klassifizierung des Schweregrads kann der passende Behandlungsplan erstellt werden. Die Expertengruppe war sich einig, dass ein topisches Kortisonpräparat, etwa als Shampoo, für die überwiegende Zahl der Psoriasis-Patienten die Behandlung der ersten Wahl darstellt, und zwar als Kurzkontakttherapie.

Allerdings weisen neuere Berichte darauf hin, dass es bei der Anwendung von topischer Behandlung erforderlich ist, die Kopfhaut vorher zu "entschuppen", den bei vielen Kopfhauterkrankungen treten Schuppen- und Krustenbildungen auf.  Diese verhindern das Eindringen von Wirkstoffen in die Haut. Daher wird die sog. Keratolyse für eine wichtige Grundlage gehalten, bei der eine Ablösung hyperkeratotischer Korneozyten und eine Abschuppung erreicht werden soll. So können in der Folge Wirkstoffe einer Antipsoriasis-Behandlung bei topischer Anwendung besser eindringen. Als Wirkstoffe finden vor allem Harnstoff und Salicylsäure Anwendung.

30/04/2019

München - Nachdem sich ein junger Mann an einer Schönheitsklinik einer Haartransplantation unterzogen hatte, bei der im am Hinterkopf entnommene Haare in die Geheimratsecken transplantiert wurden, litt er zwei Tage später, am Wochenende, unter starken Schmerzen und Schwellungen. Doch die behandelnden Ärzte waren sonntags nicht erreichbar. Hätte es eine Notfallambulanz für Wochenenden an dieser Klinik gegeben, hätte ein Arzt das verordnete Antibiotikum wechseln können. Dazu kam es jedoch nicht. Erst am Montag konnte der Mann seinen Hausarzt konsultieren. Inzwischen war es jedoch bereits zu stark vereiterten Entzündungen gekommen, in deren Folge es zu Haarausfall kam.

In einem Prozess vor dem Oberlandesgericht München forderte der Patient Schmerzensgeld und Schadenersatz wegen der missglückten Haartransplantation von der Schönheitsklinik. Ein Sachverständiger vertrat vor Gericht die Ansicht, dass Kliniken und Zentren, die solche Operationen anbieten, auch eine Versorgung der Patienten am Wochenende gewährleisten müssten. In erster Instanz verurteilte das Landgericht München die Klinik wegen fehlender Nachbehandlung zur Zahlung von Schmerzensgeld und Schadenersatz in Höhe von 20.000 Euro. Insgesamt wurde die Klage jedoch abgewiesen.

Zwar wollte der Kläger zunächst in Berufung gehen, wurde jedoch vom vorsitzenden Richter, "dass der Senat die Sachlage anders bewerte als das Landgericht, dass das Risiko die 20.000 Euro zu verlieren, bei weitem größer sei, als die Chance vom OLG noch weitere Schmerzensgeld und Schadenersatzzahlungen zugesprochen zu bekommen." Der Kläger zog daraufhin seine Berufung gegen das Urteil des Landgerichts zurück.

Quelle: Abendzeitung München

30/04/2019

Berlin - Es war das Wundermittel gegen den erblichen Haarausfall beim Mann Ende der 1990er Jahre. Seit einiger Zeit tauchen immer wieder Berichte über die Nebenwirkungen des Wirkstoffs Finasterid, der in Deutschland unter den Namen Propecia, Finapil und Finasterid ratiopharm im Handel ist, in den Medien auf.

Im Februar 2019 begann am Berliner Landgericht ein Prozess, der wegweisend sein könnte für die Rechte von Patienten in Deutschland. Dabei geht es vor allem darum zu klären, ob ein Pharmakonzern für die Nebenwirkungen eines seiner Medikamente haften muss. Im Falle von Finasterid geht es im besonderen um die Nebenwirkungen, unter denen angeblich knapp tausend Männer leiden, nachdem sie das Medikament abgesetzt hatten. Genannt wird dies als Post-Finasterid-Syndrom und die Rede ist von Nebenwirkungen wie Libidoverlust, Erektionsproblemen, Schlafstörungen und Muskelschmerzen, gefühlsloser, geschrumpfter Penis sowie Depressionen, Konzentrationsproblemen und Suizidgedanken.

Bisher gibt es in Deutschland keinen einzigen Fall, in dem ein Pharmakonzern einem Patienten eine Entschädigung zahlen musste. Zwar geht es in Berlin zunächst um einen Einzelfall, jedoch werden von der Anwaltskanzlei des Klägers und einem Versicherer weitere betroffene Männer für eine Sammelklage gesucht. Der Beklagte ist der Pharmakonzern Dermapharm, der das Mittel seit 2009 vertreibt. Zunächst soll vor allem die Frage geklärt werden, seit wann dem Unternehmen welche Nebenwirkungen bekannt waren.

Die amerikanische Arzneimittelbehörde hat von 1998 bis 2013 ca. 15.500 Nebenwirkungen dokumentiert, die von Patienten gemeldet wurden. Bislang soll es über 150 Suizidfälle gegeben haben. Im Jahr 2018 verschickte das hiesige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen Rote-Hand-Brief an Ärzte, damit diese ihre Patienten über Nebenwirkungen aufklären. Wir haben darüber berichtet. Der Anwalt von Dermapharm streitet ab, dass es das Post-Finasterid-Syndrom gibt, während der Anwalt des Klägers fordert, das Mittel sofort vom Markt zu nehmen.

Bislang sind alle in Deutschland eingereichten Klagen gegen Pharmakonzerne gescheitert, denn es kann ein Zusammenhang zwischen einer Medikamenteneinnahme und einer Schädigung des Patieten weder bewiesen noch widerlegt werden. Hierzulande gingen die Gerichte bisher davon aus, dass auch eine Erkrankung des Patienten zu einem Leiden geführt haben könnte. Aufgrund eines Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2017 ist es für den Finasterid-Prozess jedoch nicht entscheidend, ob es das Syndrom gibt oder nicht. Und weil europäisches Recht Vorrang vor nationalem Recht hat, soll nun mit einem entsprechenden Urteil im Berliner Prozess erreicht werden, dass künftig Gerichte in Deutschland patientenfreundlichere Urteile fällen. Im Vordergrund stehen neuerdings die chronologischen Abläufe und die Anzahl der Fälle. Dermapharm müsste dann das Gegenteil beweisen, um aus der Haftung zu kommen. Somit ist der Prozess gegen Dermapharm ein Musterprozess und aus diesem Grund werden auch weitere Betroffene gesucht. Ein Urteil könnte noch im Laufe dieses Jahres vorliegen.

Quelle: Zeit/Wissen