Haarausfall Neuigkeiten

23/06/2021

haircoaching - Es gibt nur wenige Ärzte, die sich so ausdrücken können, dass wir Patienten auch verstehen, wovon sie reden. Bei den Dermatologen ist das nicht anders.
In diesem Artikel findest du Erklärungen zu einigen Begriffen und Fakten rund um Haarwuchs und -ausfall.

Telogenes Effluvium oder Alopezie

Mit telogenem Effluvium ist ein verstärkter täglicher Haarwechsel gemeint, ohne dass eine Lichtung sichtbar wird. Telogen deshalb, weil hier mehr Haarfollikel als normal die Wachstumsphase vorzeitig beenden und in die Ausfall-, Telogenphase eintreten.
Von Alopezie spricht man, wenn der Haarverlust nach außen hin sichtbar wird, etwa durch eine Ausdünnung am Oberkopf (erblicher Haarausfall) oder einzelne kahle Stellen (Alopecia areata).

Wie oft darf man sich die Haare waschen?

Experten empfehlen eine Haarwäsche mindestens zweimal pro Woche, raten aber auch nicht von täglicher Wäsche ab. Durch das Waschen fallen nicht mehr oder weniger Haare aus. Wer aus Angst seine Haare nur einmal in der Woche wäscht, hat logischerweise auch mehr Haare im Abfluss.

Ob ein Spezialshampoo nötig ist, hängt vom Zustand der Kopfhaut und der Haare ab. Bei Baby-Shampoos besteht das Problem, dass diese oft nicht ausreichend reinigen. Im Grunde genommen kann man jedes "normale" Shampoo benutzen, wenn man es mag (besonders den Duft) und auch verträgt.

Haarwachstum

Unsere Haare wachsen ca. 0,3 mm pro Tag. Das ist ein Wachstum, dass wir mit bloßem Auge kaum erkennen können. Zur gleichen Zeit fallen täglich ca. 80 bis 100 Haare aus.
Wie lang deine Haare werden, hängt davon ab, wie lange die Wachstums-, also Anagenphase deiner Haarfollikel dauert. Das ist genetisch vorbestimmt. Beispielsweise gibt es Frauen (z.B. in Indien), deren Haare bis zum Boden wachsen. Sie haben extrem lange Anagenphasen. Andererseits hört man oft die Klage:
"Meine Haare werden nicht länger als bis zu den Schultern!"
Bei diesen Frauen (oder auch Männern) sind die Wachstumsphasen der Haarfollikel kürzer angelegt.

21/06/2021

haircoaching - Wissenschaftler verschiedener Disziplinen in München, nämlich der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein und der Fakultät für Medizin, Technische Universität München haben sich gemeinsam mit dem Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) mit der Stigmatisierung von Menschen mit Haarausfall beschäftigt.
Man ging davon aus, dass das Symptom Haarausfall Stigmatisierung und starke Einbußen in der Lebensqualität mit sich bringen kann.

Es wurden jedoch keine Patienten:Innen befragt, sondern mittels vordefinierter MeSH-Begriffe und Schlagwörter wurde eine systematische Suche in den Datenbanken MEDLINE (PubMed), EMBASE, PsycINFO und PsycNET durchgeführt.
Die Auswertung der gefundenen Literatur (insgesamt wurden 98 Studien identifiziert) ergab eine hohe Heterogenität der Studien und der Bewertungen für die Stigmatisierung.

Fazit:
Ungeachtet der Ursachen leiden Patienten:Innen mit Haarausfall häufig an Stigmatisierung, die ihre Lebensqualität einschränkt. Die Stigmatisierung von Menschen mit sichtbaren Hautveränderungen wird im klinischen Alltag und beim Umgang mit Betroffenen bisher oft vernachlässigt. Studien, die sich spezifisch mit der Stigmatisierung durch Haarausfall befassen, sind rar. Es bedarf weiterer Studien, die Vergleiche zwischen Haarverlust unterschiedlicher Pathogenese und zwischen Alopezie und an deren sichtbaren Dermatosen ermöglichen, um die psychosoziale Belastung durch Haarausfall besser einordnen zu können.

Wir von Haircoaching® finden, man könne uns gerne befragen und eine evidenzbasierte Studie durchführen. Vielleicht merken dann auch die Krankenkassen, wie hoch die Kosten durch schlechte Versorgung von Haarpatienten:Innen werden können.

Die ganze Studie könnt ihr unter dem u.st. Link nachlesen. Ist diesmal auf Deutsch!

Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.14234_g

02/06/2021

haircoaching - Viel Neues gibt es leider nicht zu berichten. Derzeit wird offenbar wenig geforscht zu den vernarbenden Alopezien.Eine der hartnäckigsten Kopfhauterkrankungen, die Folliculitis decalvans, kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen. Es handelt sich um eine Entzündung, bei der Haarfollikel und Kopfhaut zerstört werden. Verursacht wird die Folliculitis decalvans möglicherweise durch eine starke Reaktion auf Staphylokokken.
Man sieht narbig-atrophe Areale mit entzündlich gerötetem Rand, manchmal auch Pusteln und Krusten. Bei Fortschreiten der Entzündung und Vernarbung kann es zur Ausbildung von Büschel- oder Pinselhaaren kommen. Dabei treten 5 – 10 Haare aus einer gemeinsamen Öffnung aus und bieten so eine ideale Angriffsfläche für Staphylokokken, so dass es zur weiteren Verschlimmerung der Entzündung kommen kann.
Die Behandlung der Folliculitis decalvans ist langwierig und schwierig. Als Basistherapie steht im Vordergrund, die Staphylokokken zu minimieren und die Entzündung zurückzudrängen. Wichtig ist, die tägliche Kopfwäsche mit keimvermindernden Shampoos. Danach muss die Kopfhautoberfläche trocken gefönt werden, damit den Bakterien der Nährboden entzogen wird. Innerliche Antibiotikatherapien führen zur Besserung, die jedoch nicht immer anhält.
Am wirksamsten ist (nach Wolff) das Kombinationsschema: Clindamycin und Rifampicin über 6 bis 12 Wochen. Danach sind alle Patienten erscheinungsfrei, teils über viele Monate hinweg. Um Rückfälle zu vermeiden, sollten möglichst alle Büschelhaarfollikel operativ aus der Kopfhaut entfernt werden, damit sie nicht noch mehr Staphylokokken in die Kopfhaut ziehen können. Wenn die Erkrankung zum Stillstand gekommen ist, können größere Narbenareale operativ verkleinert werden.1*

Quellen:

1*Arzneimitteltherapie der Alopezien, H. Wolff, Elektronischer Sonderdruck, Der Internist, 2015 56:1196-1208, Springer-Verlag

19/05/2021

haircoaching - Ob man den Schwerbehindertenausweis beantragt oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Der Gesetzgeber hat mit dem Schwerbehindertengesetz Menschen, die aufgrund einer Behinderung Nachteile erleiden, die Möglichkeit geschaffen, den entsprechenden Ausgleich zu erhalten. Insbesondere beim erblich bedingten männlichen Haarausfall wird man in der Regel keinen positiven Bescheid erwarten können. Nur wer tatsächlich unter den Folgen seines Haarausfalls leidet sollte diese Vergünstigungen auch in Anspruch nehmen dürfen.

Wenn einer Frau beim Arbeitsamt geraten wird, keine Tücher, sondern Perücken zu tragen, um ihre Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz zu verbessern, wenn man im ganz normalen Alltagsleben auf gewisse Dinge wie Sauna oder Sport verzichtet aus Angst, die Kopfbedeckung zu verlieren und sich dem Gespött der Mitmenschen auszusetzen, dann muss von einer Behinderung im Sinne des Gesetzgebers gesprochen werden. Im Paragraph 3 des Schwerbehindertengesetzes (SchwbG) spricht man im Absatz 1 von

Behinderung im Sinne dieses Gesetzes ist die Auswirkung einer nicht nur vorübergehenden Funktionsbeeinträchtigung, die auf einem regelwidrigen körperlichen, geistigen oder seeli-schen Zustand beruht. Regelwidrig ist der Zustand, der von dem für das Lebensalter typischen abweicht. Als nicht nur vorübergehend gilt ein Zeitraum von mehr als sechs Monaten. (…)
Quelle: https://behinderung.org

Wer glaubt, dass bei ihm eine Behinderung vorliegt, muss dies von sich aus beantragen. Dies geschieht durch ein formloses Schreiben. Der Satz „hiermit beantrage ich die Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft“ genügt. Allerdings muss man die behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht befreien, denn diese werden vom zuständigen Amt kontaktiert und um Befundberichte gebeten. Die Anträge für das jeweilige Bundesland kann man dem folgenden Link entnehmen:
VERSORGUNGSÄMTER

Da der Gesetzgeber die Eingliederung behinderter Menschen als eine besondere gesellschaftliche Aufgabe betrachtet, versucht er mit diesem Gesetz die Nachteile auszugleichen, die diesen Personen aufgrund ihrer Behinderung entstehen.

§ 2

Gleichgestellte

(1) Personen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber wenigstens 30, bei denen im übrigen die Voraussetzungen des § 1 vorliegen, sollen auf Grund einer Feststellung nach § 4 auf ihren Antrag vom Arbeitsamt Schwerbehinderten gleichgestellt werden, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz im Sinne des § 7 Abs. 1 nicht erlangen oder nicht behalten können. Die Gleichstellung wird mit dem Tag des Eingangs des Antrages wirksam. Sie kann befristet werden.

Schwerbehinderte können eine Reihe von Rechten und Vorteilen in Anspruch nehmen. Diese reichen vom Grundgesetz über das Gesetz zur Sicherung der Eingliederung Schwerbehinderter in Arbeit, Beruf und Gesellschaft (SchwbG) bis in die Regelungen des Sozialrechtes hinein sowie Rentenvorteile, besonderer Kündigungsschutz, Urlaubstage und Steuerfreibeträge.

Bescheinigt wird eine Behinderung durch den Schwerbehindertenausweis, auf dem der Grad der Behinderung und weitere gesundheitliche Merkmale verzeichnet sind, jedoch nicht der Grund der Behinderung. Die Maßeinheit für den Grad der Behinderung wird durch die Abkürzung GdB in Prozent dargestellt.

Im Gegensatz zur gesetzlichen Unfallversicherung beziehen sich der GdB nach dem SchwbG und die MdE nach dem Bundesversorgungsgesetz nicht nur auf Einschränkungen im Erwerbsleben, sondern berücksichtigen auch Einbußen im übrigen, „täglichen“ Lebensbereich. Der Arzt wird nach aller Erfahrung auch die Besonderheiten der jeweiligen Anspruchsberechtigungen in seine Beurteilung mit einfließen lassen.

Im Schwerbehindertenrecht sind Behinderungen nicht nur festzustellen, sondern auch zu beurteilen. Außergewöhnliche seelische Begleiterscheinungen müssen berücksichtigt werden und führen gegebenenfalls zur Erhöhung des sonst üblichen Wertes.

Schwerbehinderung Haarausfall

In der MdE-Tabelle findet man den Begriff „Haarausfall“ unter dem Punkt Haut - Als GdB werden hierfür 30% angesetzt.

Im Einleitungstext kann man folgende Formulierung lesen:

Bei Entstellungen ist zu berücksichtigen, dass sich Schwierigkeiten im Erwerbsleben, Unannehmlichkeiten im Verkehr mit fremden Menschen sowie seelische Konflikte ergeben können. Besonders gilt dies bei der Entstellung des Gesichts. Bei Frauen können Entstellungen schwerer wiegen als bei Männern.

Wenn mehrere Behinderungen vorliegen, muss eine Gesamt-MdE angegeben werden, die aber nur dann ermittelt werden kann, wenn alle – auch nicht-dermatologischen – Fachgutachten vorliegen. Wobei die Auswirkungen der einzelnen Behinderungen in ihrer Gesamtheit und unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungen zu bewerten sind, da sie eventuell auch sehr verschiedene Bereiche des täglichen Lebens betreffen und sich in ihren Auswirkungen überschneiden sowie gegenseitig verstärken können. Ein einfaches Addieren der einzelnen Prozentsätze ist deshalb nicht üblich.

Kommen andere Beeinträchtigungen wie z.B. ein Rückleiden hinzu, kann es bis zu 50 % geben. Sollte der Antrag abgelehnt werden, besteht das Recht, gegen diesen Bescheid Widerspruch einzulegen.

 

07/04/2021

Hamburg - Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung im Arbeitsbereich Kosmetikwissenschaft der Universität Hamburg wurden von Nils Krüger als Buch im Verlag Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, 2012 unter dem Titel "Einfluss von Haarausfall auf die Lebensqualität" veröffentlicht.
Leider ist das Buch derzeit nicht erhältlich.
Die Inhalte daher an dieser Stelle in Kurzfassung:
Da Haare eine wichtige Bedeutung als soziales Kommunikationsorgan haben, kann Haarlosigkeit psychologische Belastung mit sich bringen. Dadurch sinkt die Lebensqualität. Der Verlust der Kopfhaare wird jedoch in unserer Gesellschaft als kosmetisches Problem eingestuft. Betroffene werden häufig nicht ernst genommen. Das Buch von Krüger basiert auf den Daten einer Befragung mit mehr als 3500 Teilnehmern und gibt einen tiefen Einblick in die Ängste und Sorgen von Menschen mit Haarausfall. Zusätzlich gibt das Buch einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu androgenetischer Alopezie, Haarausfall vom weiblichen Muster, diffusen Haarausfall, kreisrunden Haarausfall, vernarbende Alopezien sowie traumatisch bedingten Alopezien.
Online kann man die Ergebnisse der Untersuchung jedoch noch in der Dissertation von Nils Krüger finden. Hier der Link:
DISSERTATION-KRÜGER

12/03/2021

haircoaching - Interview mit Dr. Finner, Mitglied des Expertenrats von Haircoaching®

10/03/2021

haircoaching - Beim Lichen ruber planus (planopilaris) handelt es sich um eine Knötchenflechte in der Kopfhaut. Es wird vermutet, dass es sich um eine Autoimmun-Störung handelt. Der Lichen ruber ist nicht ansteckend.

Auf der Haut finden sich stark juckende, flache, rötlich-bläuliche Knötchen. Es scheint, als trügen die Haare am Rand eines betroffenen Areals eine eng sitzende weiße Halskrause, umgeben von einer Rötung.1* Der Übeltäter sind die T-Lymphozyten. Es gibt keinen typischen Krankheitsverlauf. Oft besteht die Erkrankung bereits seit Jahren, bevor sie bemerkt wird. Manchmal geht sie mit leichtem Juckreiz einher.

Obwohl der Lichen planus eine der häufigsten in der dermatologischen Praxis auftretende vernarbende Alopezie ist, existieren nur sehr wenige Therapieempfehlungen in der medizinischen Literatur. Die üblichen Therapieversuche umfassen topische Behandlungen (z.B. mittels topischer Corticosteroide, Calcineurin-Hemmer, Vitamin D Analoga) sowie Phototherapien. Während örtlich begrenzte Hautläsuren mit diesen Standard-Behandlungen einfach zu therapieren sind, stellen in größerem Maße auftretende Formen für den behandelnden Arzt eine Herausforderung dar.2*
Die gelegentlich beschriebene Therapie mit dem systemischen Retinoid Acitretin muss oft aufgrund von Nebenwirkungen abgebrochen werden. Die Wirkung ist fraglich. Um die schleichende entzündliche Zerstörung der Haarfollikel zu verzögern, bevorzugt Prof. Wolff et al. die topische Anwendung von Klasse-III- oder Klasse-IV Kortikosteroid-Kopfschäumen.1*


Quellen:

1*Arzneimitteltherapie der Alopezien, H. Wolff, Elektronischer Sonderdruck, Der Internist, 2015 56:1196-1208, Springer-Verlag
2*Individualisierte Behandlung und Therapiewahl bei Lichen planus: ein schrittweiser Ansatz, I. Manousaridis, K. Manousaridis, W. K. Peitsch, St. W. Schneider, JDDG 1610 - 0379 / 2013 / 1110, Blackwell Verlag

03/03/2021

haircoaching - Bei Haarausfall im allgemeinen ist in den meisten Fällen KEINE Vollperücke erforderlich. Nur bei komplettem Haarverlust bei einer Chemotherapie, der Alopecia areata in fortgeschrittenem Stadium muss eine Perücke in Betracht gezogen werden.
Wenn bei einer androgenetischen Alopezie vom weiblichen Typ die Haare am Oberkopf ausdünnen oder es unter einer vernarbenden Alopezie zu stellenweisem Haarverlust kommt, reicht ein Haarteil vollkommen aus, um sich wieder wohl zu fühlen. Bei allen Formen von diffuser Alopezie kann eine gut gemachte Haarverdichtung wieder zu vollem Haarkleid verhelfen.

Es stehen drei mögliche Lösungen in Form von Haarersatz zur Verfügung, die je nach Art und Ausmaß des Haarausfalls sinnvoll sind:

Vollperücke - bei Alopecia areata totalis bzw. universalis und Chemotherapie

Haarteil - bei androgenetischer Alopezie und vernarbendem Haarausfall

Haarverdichtung - bei allen Formen diffuser Alopezie

Bei der Wahl einer Perücke solltest du darauf achten, dass die Beschaffenheit der Haare deinen eigenen Haaren weitgehend entspricht. Hattest du beispielsweise sehr feines Haar, solltest du keine Perücke tragen, die sehr dichte Haare aufweist. Dies gilt in noch stärkerem Maße für Toupets. Auch Haarfarbe und Schnitt sollten dem Typ entsprechen. Für die Auswahl des richtigen Zweithaars muss man Geduld und Ruhe mitbringen.
Lass dich am besten in zwei bis drei verschiedenen Zweithaarstudios Nähe beraten. Dies sollte unverbindlich und kostenlos erfolgen. Hör auf dein Bauchgefühl! Wenn man dich passend zu deinem Haarausfall berät und eine individuelle Zweithaar-Lösung vorschlägt und du dich wohl und gut aufgehoben fühlst, hast du dein Zweithaarstudio gefunden.

Zuverlässige Adressen findest du auf dieser Homepage unter ZWEITHAARSTUDIOS und HAARVERDICHTUNG.

28/02/2021

haircoaching - Die Frontal fibrosierende Alopezie (nach Kossard) tritt überwiegend bei älteren Frauen in den Wechseljahren auf und wird als Variante des Lichen ruber angesehen. Es gibt jedoch auch betroffene Männer und Frauen vor Eintritt in die Menopause. Auch hier handelt es sich vermutlich um eine Autoimmun-Erkrankung.
Optisch sieht der Haarausfall so aus wie die männliche Glatzenbildung. Am Haaransatz zeigt sich oft ein Rückgang der Haarlinie der Stirn. Gleichzeitig kommt es zu einer Ausdünnung der Augenbrauen bis hin zum kompletten Verlust. Es können auch andere Stellen der behaarten Kopfhaut betroffen sein. Wie beim Lichen ruber kommt es zu einer Zerstörung von Haarfollikeln der Kopfhaut und Augenbrauen, verursacht durch T-Lymphozyten.
Über Jahre kommt es zu einem Zurückweichen der Haar-Grenze an der Stirn, aber auch des Haaransatzes an den Schläfen. Die Haut ist an den betroffenen Stellen blass-atrophisch und unterscheidet sich dadurch von der Licht gebräunten Haut der Stirn.
Eine wirksame Therapie ist nicht bekannt. Es gibt Versuche mit topisch angewendetem Kortikosteroidschaum oder -lotion, die Entzündung einzugrenzen.1*

Quelle:
1*Arzneimitteltherapie der Alopezien, H. Wolff, Elektronischer Sonderdruck, Der Internist, 2015 56:1196-1208, Springer-Verlag

24/02/2021

haircoaching - Wissenschaftler sind der Entdeckung der Ursachen von Immunerkrankungen wie Asthma, Multipler Sklerose und Arthritis einen Schritt näher gekommen. Untersuchungen des Wellcome Sanger Institute, GSK und Biogen im Rahmen der Open Targets-Initiative haben gezeigt, dass Tausende von DNA-Unterschieden zwischen Personen, die mit Immunerkrankungen in Verbindung stehen, mit dem Einschalten eines bestimmten Subtyps von Immunzellen zusammenhängen. Diese Studie, die 2019 in Nature Genetics veröffentlicht wurde, wird dazu beitragen, die Suche nach molekularen Signalwegen für Immunerkrankungen einzugrenzen, und könnte dazu führen, dass Medikamente für die Entwicklung neuer Therapien gefunden werden.

Das Immunsystem hält uns gesund, indem es Infektionen bekämpft. Wenn jedoch etwas schief geht, können die Zellen unseres Immunsystems fälschlicherweise Entzündungen verursachen, die zu Immunerkrankungen wie Asthma, Multipler Sklerose und entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) führen. Diese Krankheiten betreffen weltweit Millionen von Menschen. Es ist jedoch nicht bekannt, wie das Immunsystem bei diesen Erkrankungen reagiert oder welche Zelltypen betroffen sind. Auch wenn man sich mit der veröffentlichten Studie im wesentlichen auf autoimmune Erkrankungen wie Asthma und Darmerkrankungen bezieht, macht dieser Weg der Forschung durchaus auch Hoffnung für Alopecia areata oder einige autoimmun gesteuerte vernarbende Alopezien.

Frühere Forschungen ergaben, dass es Tausende genetischer Veränderungen gibt - sogenannte genetische Varianten -, die bei Patienten mit Immunerkrankungen häufiger auftreten als bei gesunden Menschen. Das Verständnis dieser genetischen Veränderungen könnte Hinweise auf die Ursachen und biologischen Pfade von Immunerkrankungen liefern und im Laufe der Zeit zur Identifizierung neuer Wirkstoffziele führen. Viele dieser genetischen Varianten befinden sich in noch unbekannten Bereichen des Genoms und sind vermutlich an der Regulierung der Funktionen von Immunzellen beteiligt. Hinzu kommt, dass Zytokine - die Signalproteine, die freigesetzt werden, um die Kommunikation zwischen den Immunzellen während einer Entzündung zu ermöglichen - es äußerst schwierig machen, die genaue Ursache der Krankheit zu bestimmen.

Die Forscher des Sanger-Instituts und ihre Mitarbeiter wollen herausfinden, welche Immunzellzustände für Immunerkrankungen am wichtigsten sind, um potenzielle neue Medikamentenziele für Krankheiten wie Asthma und IBD auszuloten.

In dieser neuen Studie untersuchte das Team, welche Teile des Genoms in drei Arten von Immunzellen von gesunden Freiwilligen aktiv waren, und überprüfte diese Positionen gegen alle genetischen Varianten, die an verschiedenen Immunerkrankungen beteiligt sind. Sie fügten auch verschiedene Zytokine hinzu, die insgesamt 55 verschiedene Zellzustände hervorrufen, um die Entzündung der Immunkrankheiten nachzuahmen und die Auswirkungen der Signalchemikalien in diesen Zellen zu verstehen.

Die Studie ergab, dass ein bestimmter Zelltyp und Zellzustand - die frühe Aktivierung von Gedächtnis-T-Zellen - die aktivste DNA in denselben Regionen aufwies wie die genetischen Varianten, die an Immunerkrankungen beteiligt sind. Dies deutete darauf hin, dass die anfängliche Aktivierung dieser T-Zellen für die Krankheitsentwicklung wichtig ist. Überraschenderweise zeigte die Untersuchung, dass die Zytokine im allgemeinen nur geringe Auswirkungen auf die DNA-Aktivität hatten und bei den meisten untersuchten Krankheiten eine geringere Rolle spielten.

Dr. Blagoje Soskic, leitender Autor der Publikation des Wellcome Sanger Instituts und Open Targets, sagte: "Unsere Studie ist die erste eingehende Analyse von Immunzellen und Zytokinsignalen im Zusammenhang mit genetischen Unterschieden im Zusammenhang mit Immunerkrankungen. Wir entdeckten Verbindungen zwischen den Krankheitsvarianten und der frühen Aktivierung von Gedächtnis-T-Zellen, was darauf hindeutet, dass Probleme bei der Regulierung dieser frühen T-Zell-Aktivierung zu Immunerkrankungen führen könnten. "

Dr. Rab Prinjha, Vorsitzender des Open Targets Governance Board und Leiter der Abteilung Adaptive Immunität und Immuno-Epigenetik bei GSK, sagte: "Bei GSK setzen wir sowohl Genetik als auch Genomik ein, um zu identifizieren, welche Teile des Immunsystems für einen Bereich von zentraler Bedeutung sind. Um die Wissenschaft des Immunsystems zu untersuchen, hilft uns die funktionelle Genomik, die Rolle zu verstehen, die einzelne Gene bei der Auslösung pathogener Immunmechanismen spielen können oder nicht. Ein weiteres Ergebnis unserer 5-jährigen Zusammenarbeit mit Open Targets zeigt, dass wir uns auf fortschrittliche Technologien konzentrieren, um unsere Wissenschaft voranzutreiben."

"Um diese komplexe Analyse zu ermöglichen, haben die Forscher eine neue Computermethode namens CHEERS entwickelt, mit der sie für Immunerkrankungen relevante Zellzustände identifizieren können. Frei verfügbar könnte diese Ressource auch dazu verwendet werden, Verbindungen zwischen genetischen Variationen und Mechanismen für andere komplexe Krankheiten zu finden. Dr. Gosia Trynka, die leitende Autorin des Wellcome Sanger Institute und von Open Targets, sagte: "Es gibt Tausende verschiedener Zelltypen und -zustände im Körper, und die Ursache von Autoimmunerkrankungen zu finden ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wir haben die frühe Aktivierung von Gedächtnis-T-Zellen als besonders relevant für Immunerkrankungen identifiziert und werden nun in der Lage sein, eingehender zu untersuchen, wie dies reguliert wird, um Gene und Wege zu entdecken, die als Ansätze für die Entwicklung von Arzneimitteln verwendet werden könnten."

Quelle:
Nature Genetics (2019)