Haarausfall Neuigkeiten

28/06/2021

haircoaching - Melatonin ist als starkes Antioxidanz und ein Wachstumsmodulator bekannt. Es regelt unterschiedlichste physiologische Prozesse im menschlichen Körper wie saisonale Biorhythmen, den Schlaf-Wach-Rhythmus und es beeinflusst den Alterungsprozess. Wie in der Haut wurden auch im menschlichen Haarfollikel die Synthese von Melatonin sowie die Expression von Melatonin-Rezeptoren nachgewiesen und ein Einfluss auf die Haarwachstumszyklen beobachtet werden Auf der Suche nach Alternativen zu Finasterid und Minoxidil für die Behandlung des erblichen Haarausfalls wurde Melatonin in fünf klinischen Studien untersucht.
Die Ergebnisse zeigten eine gute Verträglichkeit und positive Effekte einer lokalen, einmal abendlichen Anwendung von Melatonin auf die androgenetische Alopezie bei Männern und Frauen.

Eine Multicenterstudie mit über 1.800 Probanden in 200 Zentren zeigte, dass der Anteil der Patienten mit 2- bis 3-fach positivem Pull-Test von 61,6 % auf 7,8 % abgesunken war. Außerdem wurde ein Rückgang der Seborrhöe und der seborrhoischen Dermatitis der Kopfhaut beobachtet. Da Sicherheit und Verträglichkeit in allen Studien gut waren, wurde die äußerliche Behandlung mit einer kosmetischen Melatonin-Lösung als sinnvolle Alternativbehandlung bei erblichem Haarausfall bezeichnet.

23/06/2021

haircoaching - Es gibt nur wenige Ärzte, die sich so ausdrücken können, dass wir Patienten auch verstehen, wovon sie reden. Bei den Dermatologen ist das nicht anders.
In diesem Artikel findest du Erklärungen zu einigen Begriffen und Fakten rund um Haarwuchs und -ausfall.

Telogenes Effluvium oder Alopezie

Mit telogenem Effluvium ist ein verstärkter täglicher Haarwechsel gemeint, ohne dass eine Lichtung sichtbar wird. Telogen deshalb, weil hier mehr Haarfollikel als normal die Wachstumsphase vorzeitig beenden und in die Ausfall-, Telogenphase eintreten.
Von Alopezie spricht man, wenn der Haarverlust nach außen hin sichtbar wird, etwa durch eine Ausdünnung am Oberkopf (erblicher Haarausfall) oder einzelne kahle Stellen (Alopecia areata).

Wie oft darf man sich die Haare waschen?

Experten empfehlen eine Haarwäsche mindestens zweimal pro Woche, raten aber auch nicht von täglicher Wäsche ab. Durch das Waschen fallen nicht mehr oder weniger Haare aus. Wer aus Angst seine Haare nur einmal in der Woche wäscht, hat logischerweise auch mehr Haare im Abfluss.

Ob ein Spezialshampoo nötig ist, hängt vom Zustand der Kopfhaut und der Haare ab. Bei Baby-Shampoos besteht das Problem, dass diese oft nicht ausreichend reinigen. Im Grunde genommen kann man jedes "normale" Shampoo benutzen, wenn man es mag (besonders den Duft) und auch verträgt.

Haarwachstum

Unsere Haare wachsen ca. 0,3 mm pro Tag. Das ist ein Wachstum, dass wir mit bloßem Auge kaum erkennen können. Zur gleichen Zeit fallen täglich ca. 80 bis 100 Haare aus.
Wie lang deine Haare werden, hängt davon ab, wie lange die Wachstums-, also Anagenphase deiner Haarfollikel dauert. Das ist genetisch vorbestimmt. Beispielsweise gibt es Frauen (z.B. in Indien), deren Haare bis zum Boden wachsen. Sie haben extrem lange Anagenphasen. Andererseits hört man oft die Klage:
"Meine Haare werden nicht länger als bis zu den Schultern!"
Bei diesen Frauen (oder auch Männern) sind die Wachstumsphasen der Haarfollikel kürzer angelegt.

21/06/2021

haircoaching - Wissenschaftler verschiedener Disziplinen in München, nämlich der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein und der Fakultät für Medizin, Technische Universität München haben sich gemeinsam mit dem Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen (IVDP) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) mit der Stigmatisierung von Menschen mit Haarausfall beschäftigt.
Man ging davon aus, dass das Symptom Haarausfall Stigmatisierung und starke Einbußen in der Lebensqualität mit sich bringen kann.

Es wurden jedoch keine Patienten:Innen befragt, sondern mittels vordefinierter MeSH-Begriffe und Schlagwörter wurde eine systematische Suche in den Datenbanken MEDLINE (PubMed), EMBASE, PsycINFO und PsycNET durchgeführt.
Die Auswertung der gefundenen Literatur (insgesamt wurden 98 Studien identifiziert) ergab eine hohe Heterogenität der Studien und der Bewertungen für die Stigmatisierung.

Fazit:
Ungeachtet der Ursachen leiden Patienten:Innen mit Haarausfall häufig an Stigmatisierung, die ihre Lebensqualität einschränkt. Die Stigmatisierung von Menschen mit sichtbaren Hautveränderungen wird im klinischen Alltag und beim Umgang mit Betroffenen bisher oft vernachlässigt. Studien, die sich spezifisch mit der Stigmatisierung durch Haarausfall befassen, sind rar. Es bedarf weiterer Studien, die Vergleiche zwischen Haarverlust unterschiedlicher Pathogenese und zwischen Alopezie und an deren sichtbaren Dermatosen ermöglichen, um die psychosoziale Belastung durch Haarausfall besser einordnen zu können.

Wir von Haircoaching® finden, man könne uns gerne befragen und eine evidenzbasierte Studie durchführen. Vielleicht merken dann auch die Krankenkassen, wie hoch die Kosten durch schlechte Versorgung von Haarpatienten:Innen werden können.

Die ganze Studie könnt ihr unter dem u.st. Link nachlesen. Ist diesmal auf Deutsch!

Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/ddg.14234_g

31/05/2021

haircoaching - Seit einigen Jahren bieten immer mehr niedergelassene Dermatologen eine sog. PRP Behandlung bei Haarausfall als IGEL-Leistung an. Die Kassen zahlen also nicht für diese Behandlung. Ein Grund mehr zu fragen, was eigentlich dahinter steckt. Was bringt mir eine PRP Behandlung, bei welchem Haarausfall und was ist das eigentlich? Wir haben unseren Expertenrat hierzu befragt.

Die PRP-Behandlung ist eigentlich eine Eigenblutbehandlung. PRP = Plättchen Reiches Plasma.
Es handelt sich grundsätzlich um ein "körpereigenes Produkt", wenn nicht noch andere Stoffe hinzugefügt werden. Und hier ist der erste Knackpunkt:
PRP-Behandlungen werden nicht nur von Dermatologen angeboten, sondern auch von eher kosmetisch orientierten Einzelunternehmern. Hier ist zur Vorsicht zu raten. Wenn, dann sollte diese Behandlung von einem erfahrenen Hautarzt durchgeführt werden, um Nebenwirkungen und allergische Reaktionen auszuschließen.

Wann macht PRP Sinn?
Erfahrungen nach Haartransplantationen und dem Einsatz einer PRP Behandlung gibt es schon länger. Dies will man nun auf andere Formen von Haarausfall als weitere Therapielalternative ausweiten. Studien zur Wirksamkeit liegen jedoch bisher nicht vor, wie z.B. Halbseitenstudien. Was man jedoch weiß ist, dass im PRP der Wachstumsfaktor insuline-like growth factor 1 (IGF-1) enthalten ist, für den es wissenschaftliche Belege für Wachstumsförderung des Haares gibt.
Nach Aussage unserer Experten bietet sich die Behandlung mit PRP als Initialstimulation mit anschließender bewährter Erhaltungstherapie an, aber auch bei Patienten, bei denen der Effekt einer langjährig bewährten Therapie nachlässt. Demnach könnte man es bei erblichem, diffusem oder kreisrundem Haarausfall versuchen.

Die PRP Behandlung
Es wird Blut abgenommen, in der Zentrifuge angereichert und so thrombozytenreiches Plasma gewonnen, das anschließend wieder mit Mikronadeln in die Kopfhaut injiziert wird. Die Idee dahinter ist, dass die eigenen Stammzellen die Zellerneuerung anregen und die Haarwurzeln aufbauen.

Die Kosten
Nach unseren Recherchen bewegen sich die Kosten pro Sitzung zwischen 200 und 300 €. Nach Expertenaussage sind in der Regel etwa drei Sitzungen nötig. Damit ist dies nicht unbedingt die preiswerteste Behandlungsform bei Haarausfall.

21/05/2021

haircoaching - Wichtig zu wissen ist, dass bei Frauen der erbliche Haarausfall auch zeitweise von einem diffusen Haarausfall durch Ferritinmangel o.ä. überlagert sein kann. Dann bestehen zwei verschiedene Haarausfall-Formen gleichzeitig, die getrennt voneinander behandelt werden müssen.
Der erbliche Haarausfall entsteht durch Miniaturisierung der Haarwurzeln während sich die Anzahl der ausfallenden Haare nicht verändert. So kann es langsam zu einer Lichtung am Oberkopf kommen. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch, dass bei Frauen oft neben dem erblichen ein diffuser Haarausfall vorliegt. Bei diesem Krankheitsbild scheinen zusätzlich Synchronisationsprobleme im Haarzyklus eine Rolle zu spielen. In diesen Fällen handelt es sich um zwei unabhängige, gleichzeitig bestehende Formen von Haarausfall, die sich in ihrer Wirkung auf dem Kopf summieren.
Es gibt aber mittlerweile auch Hinweise, dass die diffuse Komponente fester Bestandteil des anlagebedingten Haarausfalls sein könnte. Zunehmend setzt sich dafür daher die Begrifflichkeit der „female alopecia“ durch.

10/05/2021

haircoaching - Auf der Jahrestagung der Endocrine Society, ENDO 2021, wurde eine Studie vorgestellt, die den Verdacht nahelegt, dass auch Männer am polyzystischen Ovarialsyndrom, PCOS erkranken können. Bislang ging man davon aus, dass die Krankheit nur Frauen betrifft und unmittelbar mit den Eierstöcken in Zusammenhang steht.
Da Männer keine Eierstöcke haben, könnte der gynäkologische Zusammenhang erstmals ins Wanken geraten.
Männer, die genetische Risikofaktoren für PCOS haben, haben ein erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie für androgene Alopezie, so das Ergebnis der Studie.
Mehr lesen HIER>>> Männer und PCOS

 

07/05/2021

haircoaching - In Deutschland ist das Institut für Humangenetik in Bonn federführend bei der Erforschung der genetischen Ursachen für Haarausfall. Frau Prof. Betz, Mitglied des Expertenrats von Haircoaching stellte im April 2021 auf der Online-Tagung der DDG, Deutsche Dermatologische Gesellschaft, die aktuellen Forschungsergebnisse vor.
Die Forschungsschwerpunkte sind:

  • Androgenetische Alopezie
  • Kreisrunder Haarausfall 
  • Monogene Alopezien

Wenn du dir einen Überblick über die Studien des Institut für Humangenetik Bonn zu Haarausfall machen möchtest, findest du eine gute Übersicht auf der Homepage. Dazu klickst du bitte hier>>> Institut für Humangenetik

07/04/2021

Hamburg - Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung im Arbeitsbereich Kosmetikwissenschaft der Universität Hamburg wurden von Nils Krüger als Buch im Verlag Südwestdeutscher Verlag für Hochschulschriften, 2012 unter dem Titel "Einfluss von Haarausfall auf die Lebensqualität" veröffentlicht.
Leider ist das Buch derzeit nicht erhältlich.
Die Inhalte daher an dieser Stelle in Kurzfassung:
Da Haare eine wichtige Bedeutung als soziales Kommunikationsorgan haben, kann Haarlosigkeit psychologische Belastung mit sich bringen. Dadurch sinkt die Lebensqualität. Der Verlust der Kopfhaare wird jedoch in unserer Gesellschaft als kosmetisches Problem eingestuft. Betroffene werden häufig nicht ernst genommen. Das Buch von Krüger basiert auf den Daten einer Befragung mit mehr als 3500 Teilnehmern und gibt einen tiefen Einblick in die Ängste und Sorgen von Menschen mit Haarausfall. Zusätzlich gibt das Buch einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu androgenetischer Alopezie, Haarausfall vom weiblichen Muster, diffusen Haarausfall, kreisrunden Haarausfall, vernarbende Alopezien sowie traumatisch bedingten Alopezien.
Online kann man die Ergebnisse der Untersuchung jedoch noch in der Dissertation von Nils Krüger finden. Hier der Link:
DISSERTATION-KRÜGER

12/03/2021

haircoaching - Interview mit Dr. Finner, Mitglied des Expertenrats von Haircoaching®

08/03/2021

haircoaching - Das Polyzystische Ovarialsyndrom – kurz PCOS – kann ebenfalls mit Haarausfall einhergehen. Leider sind selbst viele Frauenärzte über diese Erkrankung nur unzureichend informiert. So haben diese Patientinnen oft eine Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich.

Die Symptome können vielfältig sein:

  • Periodenstörung
  • vermehrte Behaarung nach männlichem Muster
  • Akne
  • Haarausfall (Alopezie)
  • erhöhte männliche Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie)
  • polyzystische Ovarien
  • unerfüllter Kinderwunsch
  • Übergewicht
  • Insulinresistenz
  • Metabolisches Syndrom

Es gibt unterschiedliche Therapiemöglichkeiten.

Wenn Sie den Verdacht haben, eventuell am PCO-Syndrom zu leiden, finden Sie ausführliche Informationen unter: www.pco-syndrom.de oder unter www.pcos-selbsthilfe.org.