Lichen ruber planus

10. März 2021

haircoaching – Beim Lichen ruber planus (planopilaris) handelt es sich um eine Knötchenflechte in der Kopfhaut. Es wird vermutet, dass es sich um eine Autoimmun-Störung handelt. Der Lichen ruber ist nicht ansteckend.

Auf der Haut finden sich stark juckende, flache, rötlich-bläuliche Knötchen. Es scheint, als trügen die Haare am Rand eines betroffenen Areals eine eng sitzende weiße Halskrause, umgeben von einer Rötung.1* Der Übeltäter sind die T-Lymphozyten. Es gibt keinen typischen Krankheitsverlauf. Oft besteht die Erkrankung bereits seit Jahren, bevor sie bemerkt wird. Manchmal geht sie mit leichtem Juckreiz einher.

Obwohl der Lichen planus eine der häufigsten in der dermatologischen Praxis auftretende vernarbende Alopezie ist, existieren nur sehr wenige Therapieempfehlungen in der medizinischen Literatur. Die üblichen Therapieversuche umfassen topische Behandlungen (z.B. mittels topischer Corticosteroide, Calcineurin-Hemmer, Vitamin D Analoga) sowie Phototherapien. Während örtlich begrenzte Hautläsuren mit diesen Standard-Behandlungen einfach zu therapieren sind, stellen in größerem Maße auftretende Formen für den behandelnden Arzt eine Herausforderung dar.2*
Die gelegentlich beschriebene Therapie mit dem systemischen Retinoid Acitretin muss oft aufgrund von Nebenwirkungen abgebrochen werden. Die Wirkung ist fraglich. Um die schleichende entzündliche Zerstörung der Haarfollikel zu verzögern, bevorzugt Prof. Wolff et al. die topische Anwendung von Klasse-III- oder Klasse-IV Kortikosteroid-Kopfschäumen.1*


Quellen:

1*Arzneimitteltherapie der Alopezien, H. Wolff, Elektronischer Sonderdruck, Der Internist, 2015 56:1196-1208, Springer-Verlag
2*Individualisierte Behandlung und Therapiewahl bei Lichen planus: ein schrittweiser Ansatz, I. Manousaridis, K. Manousaridis, W. K. Peitsch, St. W. Schneider, JDDG 1610 – 0379 / 2013 / 1110, Blackwell Verlag