Krankenkasse muss Echthaarperücke zahlen

16. Juli 2021

Dresden – Das Sozialgericht Dresden im März 2021 entschieden, dass eine dauerhaft kahlköpfige Frau von der Krankenkasse die Versorgung mit einer Echthaarperücke verlangen kann, wenn dies langfristig die kostengünstigste Variante darstellt. Im speziellen Fall leidet die Klägerin an Alopezia areata totalis (kompletter Haarverlust am Kopf). Seit Jahren bevorzugt sie die Versorgung mit einer kurzen bis mittellangen Echthaarperücke, während die Krankenkasse nur den Vertragspreis für eine günstige Kunsthaarperücke erstattet.
Das Sozialgericht Dresden hielt jedoch die Versorgung mit einer Echthaarperücke für wirtschaftlicher, da die gewählten Echthaarperücken wesentlcih länger getragen werden könnten.

Im Fall der Klägerin sei die Echthaarperücke zwar knapp 50 % teurer gewesen, habe jedoch auch doppelt so lange gehalten, bevor eine Neuversorgung erfolgen musste.

Leider veröffentlichte die Ärztezeitung das Urteil in ihrer Online-Ausgabe vom 1. April 2021 unter dem falschen Titel „Bei androgenetischer Alopezie Anspruch auf Echthaarperücke“. Das stimmt nicht! Bei einer androgenetischen Alopezie muss die betroffene Frau in der Regel die Kosten selbst übernehmen. Im vorliegenden Urteil geht es um die Alopecia areata totalis, d.h. kompletter Haarverlust am Kopf.

Lesen Sie das ganze Urteil unter:
https://www.krankenkasseninfo.de/ratgeber/nachrichten/haarausfall-bei-f…