Zunächst solltest du folgendes bedenken: Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall und jedes Haar hat eine begrenzte Lebensdauer. Es muss ausfallen, damit Platz geschaffen wird für ein neues. Das dürfen am Tag schon mal bis zu 100 Haare sein, bei der Haarwäsche auch um die 200. Wer mehr Haare verliert, leidet an Haarausfall, der über das normale Maß hinausgeht. Dann sprechen die Hautärzte von einer Alopezie.

Fakten zu Haaren und Haarausfall

Es gibt nur wenige Ärzte, die sich so ausdrücken können, dass wir Patienten auch verstehen, wovon sie reden. Bei den Dermatologen ist das nicht anders.
In diesem Artikel findest du Erklärungen zu einigen Begriffen und Fakten rund um Haarwuchs und -ausfall.

Telogenes Effluvium oder Alopezie

Mit telogenem Effluvium ist ein verstärkter täglicher Haarwechsel gemeint, ohne dass eine Lichtung sichtbar wird. Telogen deshalb, weil hier mehr Haarfollikel als normal die Wachstumsphase vorzeitig beenden und in die Ausfall-, Telogenphase eintreten.
Von Alopezie spricht man, wenn der Haarverlust nach außen hin sichtbar wird, etwa durch eine Ausdünnung am Oberkopf (erblicher Haarausfall) oder einzelne kahle Stellen (Alopecia areata).

Wie oft darf man sich die Haare waschen?

Experten empfehlen eine Haarwäsche mindestens zweimal pro Woche, raten aber auch nicht von täglicher Wäsche ab. Durch das Waschen fallen nicht mehr oder weniger Haare aus. Wer aus Angst seine Haare nur einmal in der Woche wäscht, hat logischerweise auch mehr Haare im Abfluss.

Ob ein Spezialshampoo nötig ist, hängt vom Zustand der Kopfhaut und der Haare ab. Bei Baby-Shampoos besteht das Problem, dass diese oft nicht ausreichend reinigen. Im Grunde genommen kann man jedes „normale“ Shampoo benutzen, wenn man es mag (besonders den Duft) und auch verträgt.

Haarwachstum

Unsere Haare wachsen ca. 0,3 mm pro Tag. Das ist ein Wachstum, dass wir mit bloßem Auge kaum erkennen können. Zur gleichen Zeit fallen täglich ca. 80 bis 100 Haare aus.
Wie lang deine Haare werden, hängt davon ab, wie lange die Wachstums-, also Anagenphase deiner Haarfollikel dauert. Das ist genetisch vorbestimmt. Beispielsweise gibt es Frauen (z.B. in Indien), deren Haare bis zum Boden wachsen. Sie haben extrem lange Anagenphasen. Andererseits hört man oft die Klage:
„Meine Haare werden nicht länger als bis zu den Schultern!“
Bei diesen Frauen (oder auch Männern) sind die Wachstumsphasen der Haarfollikel kürzer angelegt.