Kombinationstherapie bei Alopecia areata aus Türkei

Mi, 03/11/2015 - 19:56

haircoaching - In den Medien wird aktuell verschiedentlich darüber berichtet, dass es eine neue Kombinationstherapie bei der Alopecia areata, dem kreisrunden Haarausfall gibt. Bisher wurde eine Alopecia areata mit einer Ausprägung von mehr als 50 Prozent der Kopfhaut in der Regel im Therapieversuch mit Diphenylcyclopropenon (DPCP) behandelt. Dabei soll es bei knapp 60 Prozent der Patienten zum Nachwachsen von mehr als 90 Prozent der Haare kommen. Dermatologen der Uniklinik im türkischen Adana berichten jedoch davon, dass nach ihren Erfahrungen die Ansprechraten oft darunter liegen. Aus diesem Grund haben sie die Behandlung von Patienten mit schwerer Areata, Alopecia totalis (AT) oder Alopecia universalis (AU) in ihrer Klinik umgestellt.
"Während sie früher mit DPCP allein behandelt haben, setzen sie nun von Anfang auf DPCP plus Cignolin. Die Kombination ist ihren Beobachtungen zufolge wirksamer als die Monotherapie." zitiert die ÄrzteZeitung.
Im Journal of the American Academy of Dermatology 2015 stellten sie nun eine Fallserie zu beiden Behandlungsstrategien vor.
Dabei waren 22 Patienten mindestens 30 Wochen lang nur mit DPCP behandelt worden (fünf weitere DPCP-Patienten hatten die Behandlung abgebrochen); 25 Patienten hatten während dieses Zeitraums die Kombination erhalten (vier weitere hatten die Behandlung abgebrochen, 18 Patienten waren kürzer behandelt worden).
Ein vollständiges Therapieansprechen (100 Prozent Nachwachsen der Haare) wurde nach 30 Wochen bei 36 Prozent der DPCP- und bei 72 Prozent der DPCP-Cignolin-Patienten beobachtet; mindestens 50 Prozent des Kopfhaars wuchsen bei 55 Prozent bzw. 88 Prozent nach.
Mit der Monotherapie dauerte es bis zur Neubildung von Vellus- und Terminalhaaren rund zehn Wochen, mit der Kombination nur acht. 100 Prozent Kopfbehaarung waren nach 30 bzw. 26 Wochen vorhanden. Allerdings wuchsen Augenbrauen und Wimpern bei nur 17 Prozent der Patienten komplett nach, in der Kombinationsgruppe dagegen bei 67 Prozent und 69 Prozent. Ebenso lag die Quote beim vollständigen Nachwachsen der Barthaare bei der Kombinationstherapie bei 86 Prozent. Wie lange die Alopecia areata schon bestand, war unerheblich.
Keinen Unterschied gab es bei der Rückfallquote: Drei DPCP- und vier DPCP-Cignolin-Patienten erlitten nach 40 bzw. 50 Wochen einen erneuten Haarausfall.
Zu den Nebenwirkungen der DPCP- sowie der Kombinationstherapie zählten neben lokalen Reaktionen oft stärkere  Formen von Pruritus und Dermatitiden, regionale Lymphadenopathien und grippeartige Beschwerden. Oberflächliche Follikulitiden und Hyperpigmentierungen traten mit der Kombitherapie öfter auf.
Aufgrund ihrer Erfahrungen halten die Mediziner aus Adana die Kombination aus DPCP und Cignolin für erfolgreicher.
Hier können Sie die Originalpublikation nachlesen... Kominationstherapie bei Alopecia areata

 

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