Perücke - Antworten auf deine Fragen

Wenn man zum ersten Mal über eine Perücke oder andere Formen von Haarersatz nachdenken muss, stellen sich viele Fragen.
Wir geben die Antworten auf die wichtigsten Fragen, um dir bei der Entscheidung zur richtigen Perücke weiterzuhelfen.

Perücke-worauf muss ich achten

Wie lange hält eine Perücke?

Zunächst muss man unterscheiden zwischen Haltbarkeit und Tragbarkeit. Das ist nicht anders als bei der Kleidung. Denn auch wenn ein Anzug wegen dünner werdenden Ellbogen und aufgerautem Revers schon lange nicht mehr tragbar ist, so hält er doch noch zusammen.

Bei einer Perücke ist es nicht anders. Und genauso wie bei der Kleidung hängt es auch bei Zweithaar davon ab, wie oft die Perücke getragen wird und wie der Träger / die Trägerin damit umgeht.

Eine Perücke, die nur wenige Stunden am Tag, z.B. im Büro getragen wird, kann bis zu zwei Jahre halten. Bleibt die Perücke jedoch rund um die Uhr auf dem Kopf und wird Wind, Wetter und u.U. Fett und Kochdünsten ausgesetzt kann es schon nach drei Monaten dazu kommen, dass sie zwar noch "hält", aber nicht mehr bei allen Anlässen tragbar ist.

Quelle Fotos: istophoto.com

Moderne-Perücke

Was ist der Unterschied bei den einzelnen Preisklassen?

Entscheidend für den Preis sind in erster Linie der Arbeitsaufwand bei der Herstellung. Eine Perücke, die maschinell in Standardgrößen hergestellt wurde ist günstiger als eine maßgefertigte. Danach kommt die Unterscheidung der Haarqualität, als Kunst- oder Echthaar und die Qualitätsstufe des Echthaars. Sortiert vom günstigsten zum höchsten Preis kann man folgende Staffelung angeben:

  • Tressenperücke
    Hier wurden mit einer speziellen Nähmaschine meterlange Tressen gefertigt. Das sind vereinfacht gesagt, Bänder mit Haaren. Diese Tressen werden auf die Untermontur der Perücke genäht. Diese besteht meist aus Stretchbändern.
  • mit Monofilament
    Monofilament nennt man den Einsatz am Oberkopf, der aus einem besonders feinen Material gearbeitet ist und in das weniger Haare eingeknüpft sind, um ein natürliches Durchscheinen der Kopfhaut zu erzielen.
  • Handgeknüpfte Perücke
    Es werden Haare in Handarbeit mit einer feinen Knüpfnadel in die Perückenmontur eingearbeitet. Der Zeitaufwand ist sehr hoch.

Ist Echthaar gleich Echthaar?

Die Antwort ist NEIN!

Echthaar ist nichts anderes als eine Sammelbezeichnung, die aussagt, dass es sich um menschliches Haar und nicht um eine Kunstfaser handelt. Die Fachleute kennen hier viele verschiedene Begriffe, wie z.B.:

  • Chinahaar
    Diese Haare kommen - wie der Name sagt - meist aus China, Taiwan oder Korea. Das heißt es handelt sich um sehr dickes Haar mit meist schwarzer, dunkler Färbung, das für europäische Trägerinnen/Träger mehrfach chemisch behandelt, also entfärbt und neu eingefärbt werden muss.
  • Indo-Haar
    Diese Haare stammen aus Indien und sind etwas feiner als das Chinahaar. Die Hauptquelle sind die rituellen, religiösen Rasuren einmal jährlich, bei der die Mönche oft die rasierten Haare an Händler verkaufen.
  • Eurohaar
    Dieses Haar ist die teuerste Qualität. Es stammte bis vor wenigen Jahren überwiegend aus der Ukraine, Russland etc. und zeichnet sich durch seine feine Struktur und Weichheit aus. Außerdem muss bei der Farbe nicht immer chemisch nachgeholfen werden.
  • Remishaar
    Dies ist lediglich eine Bezeichnung dafür, dass alle Haare in einem Bündel oder Zopf in der richtigen Laufrichtung liegen, also von der Schnittstelle zu den Haarspitzen verlaufend.
  • Rothaar
    Dabei handelt es sich um menschliches Haar, das nie mit Chemie in Berührung kam. Eine Qualität, die heute kaum noch zu finden ist.
  • Schnitthaar
    Das sind Haare aus den in letzter Zeit gehäuft durchgeführten Haarspendeaktionen, bei denen Haare im Zopf abgeschnitten wurden. Im einzelnen Haarzopf befinden sich Haare unterschiedlicher Längen und es kann passieren, dass beim Zusammenbinden Haare in falscher Laufrichtung hineingeraten. Man spricht dann von No-Remishaar.