Baricitinib als erstes Medikament bei Alopecia areata in der EU zugelassen

12. Juli 2022

Es ist ein Durchbruch erster Güte in der Forschung der Alopecia areata, dem kreisrunden Haarausfall, den schon die alten Ägypter und Römer kannten.

Kurz nachdem die amerikanische Zulassungskommission, FDA den Januskinase-Hemmer Baricitinib zur Therapie der schweren Form der Alopecia areata zugelassen hat, hat sich nun auch die EU-Kommission dieser Entscheidung angeschlossen. Schon seit einigen Jahren wurden in die verschiedenen JAK-Inhibitoren große Hoffnungen gesetzt. Nun scheint das erste Medikament unter dem Handelsnamen Olumiant Betroffenen zur Verfügung zu stehen. Ursprünglich war der Wirkstoff Baricitinib bereits 2017 für die Behandlung der rheumatoiden Arthritis entwickelt worden, in 2020 dann für die Neurodermitis und wird bereits mit Erfolg hiergegen eingesetzt. Es gibt also schon einige Praxiserfahrung mit diesem Medikament.

Mit Baricitinib ist offenbar eine mehr als 80%ige Wiederbehaarung der Kopfhaut möglich. Und bisher sieht es so aus, als würden die Haare auch bleiben und nicht, wie bei bisherigen Behandlungsversuchen rasch wieder ausfallen. Grundlage sind zwei doppelblind, randomisierte und placebokontrollierte Zulassungsstudien (BRAVE-AA1 und BRAVE-AA2), der Goldstandard unter den Studien, auf deren Basis Baricitinib in der Dosierung von 4 mg zugelassen wurde. Das Mittel wird einmal am Tag als Tablette eingenommen und ist verschreibungspflichtig, denn die Nebenwirkungen sind nicht unerheblich. Es kann zu erhöhten Cholesterin-Werten, Atemwegs- und Harnwegsinfektionen, Kopfschmerzen, Zoster (Gürtelrose) und Herpes-Infektionen an der Haut kommen.

Das Mittel wird übrigens auch bei schweren Covid-Verläufen eingesetzt, weil es überschießende Immunreaktionen bremst. Es wird erwartet, dass weitere JAK-Inhibitoren für die Indikation schwererAlopecia areata zugelassen werden. Und noch etwas: Preiswert wird es nicht. Die Kosten für die monatliche Einnahme sollen sich um die 1.000 Euro bewegen!

Quelle: EMA