Alopecia areata: Neuer Wirkstoff vor Zulassung

7. Juni 2022

Bald wird das erste Arzneimittel gegen die Alopecia areata EU-weit zugelassen. Bei dem Medikament handelt es sich um (Olumiant®), den Januskinase-Hemmer-Wirkstoff Baricitinib, der bereits bei diversen Erkrankungen eingesetzt wird, wie beispielsweise bei Rheuma und Neurodermitis, aber auch bei schweren  COVID-19-Verläufen.

Zunächst wurde das Medikament im Jahr 2017 in Deutschland zugelassen für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis. Im Herbst 2020 folgte die Zulassung für Neurodermitis. Bisher wird Bariticinib in der Europäischen Union off Label verordnet, in den USA hat der Wirkstoff eine Notfallzulassung. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ihn bei schweren COVID-Verläufen.

Baricitinib soll die Immunantwort des Körpers regulieren. Während der klinischen Studien wurden einmal täglich zwei Milligramm bzw. vier Milligramm des Wirkstoffs verabreicht. Ziel der Behandlung war eine mindestens 80-prozentige Wiederbehaarung der Kopfhaut nach einer Behandlung von 36 Wochen. Allerdings stellte sich heraus, dass der Erfolg mit der höheren Dosis größer war, was in einer zweiten Studie bestätigt wurde. Als Nebenwirkungen wurden Akne, erhöhte Kreatinkinase- sowie HDL- und LDL-Cholesterol-Werte beschrieben.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hat nun auch eine Zulassungsempfehlung für Patienten mit schwerer Alopecia areata ausgesprochen. Wenn die EU-Kommission dem folgt, wäre Baricitinib der erste Januskinase-Hemmer für diese Erkrankung. Eine Entscheidung ist voraussichtlich im August zu erwarten.